Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt nach Bekanntwerden eines Videos von ausländerfeindlichen Gesängen in einer Diskothek im brandenburgischen Falkenberg (Kreis Elbe-Elster) wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Die Ermittlungen seien „von Amts wegen“ aufgenommen worden und richteten sich gegen Unbekannt, teilte die Polizeidirektion Süd am Sonntag in Cottbus mit. Auf dem im Internet kursierenden Video ist zu sehen, wie Kinder und Jugendliche auf einer Teenager-Party zum Song „L'amour toujours“ zweimal den hinzugedichteten Text „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ sangen.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte bereits kurz nach Bekanntwerden des Videos am Freitagabend auf Instagram erklärt, dass er „fassungslos“ sei.
Auch der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, zeigte sich erschüttert: „Als Kirchen stehen wir fest für die Würde jedes einzelnen Menschen, egal welcher Herkunft“, erklärte Stäblein am Sonntag. „Wir alle tragen Verantwortung, hinzuschauen und einzugreifen. Und wir tragen Verantwortung, Jugendlichen und Kindern Beispiel zu sein für ein Miteinander in Respekt und Achtung.“
„Neutralität ist keine Antwort“
Der Vorfall soll sich am 14. März ereignet haben. Der Inhaber der Diskothek „Blue Velvet“ verwies auf Facebook darauf, dass zunächst eine Spotify-Playlist mit dem Song im Original gelaufen sei. Er habe die erste Schleife mit den ausländerfeindlichen Rufen nicht bemerkt, da er mit der Suche nach einem Ersatz-DJ beschäftigt gewesen sei. Dieser habe später erneut den Song gespielt. Der Inhaber des „Blue Velvet“ erklärte, als die Situation eskaliert sei, habe er eine Durchsage gemacht, dass „dies hier nicht hingehört“. Sein Laden stehe „für Neutralität“.
Die Landesvorsitzende der Brandenburger Grünen, Juliana Meyer, kritisierte am Samstag diese Stellungnahme. „Neutralität ist keine Antwort“, erklärte sie. Überdies müsse bewusst sein, dass der ursprünglich harmlose Song von Rechtsextremen umgetextet und missbraucht wird. Bereits im Mai 2024 war es zu einem Skandal gekommen, als mehrere junge Menschen bei einer Party auf Sylt dieselben ausländerfeindlichen Parolen zu „L'amour toujours“ sangen.