Verkehrsexperten fordern weniger Alkohol für Radfahrer
Berlin (epd).

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) fordert eine Herabsenkung des Alkohollimits beim Radfahren auf 1,1 Promille. Anlass dafür sei der am Montag veröffentlichte Bericht des Europäischen Verkehrssicherheitsrats über 1.926 getötete Radfahrende in der EU im Jahr 2024. In Deutschland starben demnach 441 Menschen, 45 mehr als noch zehn Jahre zuvor. Bislang liegt in Deutschland ab einem Blutalkohol-Grenzwert von 1,6 Promille eine Straftat vor.

Mit der Absenkung würde Deutschland zu Ländern wie Österreich, Frankreich, Italien, Portugal, Spanien oder der Schweiz aufschließen, die bereits strengere Regeln anwendeten, hieß es. DVR-Präsident Manfred Wirsch nannte es „nicht hinnehmbar, dass Radfahren nach erheblichem Alkoholkonsum weiterhin ohne Konsequenzen möglich ist“. Wer mit 1,6 Promille fahre, befinde sich „auf einem Blindflug auf zwei Rädern“.

Akzeptanz in der Bevölkerung

Laut einer repräsentativen Befragung im Auftrag des DVR würde ein „erheblicher Teil“ der Bevölkerung entweder ein vollständiges Alkoholverbot oder deutlich niedrigere Promillegrenzen für Radfahrende befürworten. Zur Sicherheit im Radverkehr würde darüber hinaus eine „massive Aufwertung“ der Radinfrastruktur beitragen. „Risiken für Radfahrende müssen weiter reduziert werden“, erklärte Wirsch. Der DVR fordert dafür baulich getrennte Wege für Räder und Pkws sowie gut gepflegte Oberflächen ohne Schlaglöcher oder Wurzelschäden.