"Ukrainische Erinnerungswoche" zum Tag der Befreiung
Berlin (epd).

Rund um den Tag der Befreiung und des Kriegsendes am 8. Mai veranstaltet die ukrainische Community in Berlin vom 4. bis 9. Mai erstmals eine „Ukrainische Erinnerungswoche“. In Deutschland sei die öffentliche Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg noch immer stark von sowjetischen Narrativen geprägt, erklärte der ukrainisch-deutsche Verein Vitsche e.V. am Montag in Berlin.

Dadurch blieben ukrainische Perspektiven häufig unsichtbar, obwohl Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer Opfer von Krieg, Besatzung, Deportation, Zwangsarbeit, politischer Repression und brutaler Vernichtungspolitik waren. Berlin verfüge bis heute über keinen anerkannten Erinnerungsort für die ukrainischen Opfer des Zweiten Weltkriegs.

Marsch für einen ukrainischen Erinnerungsort

In der „Ukrainischen Erinnerungswoche“ wollen laut Vitsche Historiker, Künstler, Autoren, Wissenschaftler und zivilgesellschaftliche Akteure die ukrainischen Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs innerhalb der deutschen Erinnerungskultur sichtbar machen. Die offizielle Eröffnung ist am 5. Mai im Berliner Pilecki-Institut unter anderem mit dem ukrainischen Botschafter Oleksii Makeiev.

Am selben Tag ist eine Podiumsdiskussion am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Tiergarten über Denkmäler und koloniales Erbe im öffentlichen Raum geplant. Am 7. Mai gibt es im Pilecki-Institut ein Buchgespräch über postkoloniale Traumata und Erinnerung in der ukrainischen Literatur. Den Abschluss bildet am 8. Mai ein „Marsch für einen ukrainischen Erinnerungsort in Deutschland“ vom Bahnhof Friedrichstraße zum Bundestag.