Die Diakonie Mitteldeutschland will Hilfsbedürftigen in Sachsen-Anhalt weiterhin Schutz bieten. Trotz zunehmenden Drucks von Rechtspopulisten und der AfD im Vorfeld der Landtagswahl sollten diakonische Einrichtungen „zeigen, wofür wir stehen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Mitteldeutschland, Christoph Stolte, am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Halle.
„Unsere Leitbilder und die Richtungsweisung im Evangelium gelten auch dann, wenn sie von anderen diffamiert werden“, unterstrich Stolte. Und sie würden gerade dann gelten, „wenn Menschen ausgegrenzt oder abgewertet werden“, wie dies in Stellungnahmen der AfD geschehe.
Handreichung vergleicht Positionen und gibt Tipps
Gemeinsam mit dem Präsidenten der Diakonie Deutschland, Rüdiger Schuch, hatte Stolte am Montag und Dienstag die Geschäftsführer von mehr als hundert diakonischen Einrichtungen ermutigt, in ihrer Region „Flagge zu zeigen“ gegen menschenverachtende und fremdenfeindliche Positionen. Die AfD wolle „die Grundlagen unseres Gemeinwesens so ändern, dass Menschlichkeit und Nächstenliebe auf der Strecke bleiben“, sagte Schuch. Umso wichtiger sei, dass sich jeder Mensch sicher sein könne, dass die Diakonie weiterhin Schutz bietet - auch ihren Mitarbeitenden. „Es steht viel auf dem Spiel“, sagte Schuch.
Dabei wolle man aber „ins Gespräch kommen“, sagte Stolte. Deshalb hätten die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland und die Diakonie die Handreichung „Was wäre, wenn …?“ herausgegeben. Dort werden die Positionen der AfD mit denen der Diakonie verglichen und praktische Tipps vermittelt.