Öko-Projekt: 25 Millionen Euro für Hamburger Gewässer
Hamburg (epd).

In und an Hamburger Gewässern sollen sich bis 2035 mehr Tier- und Pflanzenarten tummeln. Für die Umsetzung des Naturschutzgroßprojekts „Hamburg, deine Flussnatur“ steht ein Gesamtbudget von rund 25 Millionen Euro bereit, das meiste kommt vom Bund, wie die Umweltbehörde am Montag mitteilte. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) habe heute die Förderurkunde über rund 17 Millionen Euro übergeben. Ziel sei es, das verzweigte Netz aus Flüssen, Bächen und Kanälen ökologisch zu stärken. Bis 2035 sollen etwa 500 Maßnahmen umgesetzt werden.

Laut umfangreichem Pflege- und Entwicklungsplan geht es um 38 Gewässer mit insgesamt 375 Kilometern Uferlinie auf etwa 3.200 Hektar Stadtgebiet, die Elbe ist ausgenommen. Die Hamburger Gewässer mit ihren Ufern und Auen sollen als Lebens- und Wanderräume für Pflanzen und Tiere entwickelt und dabei unterstützt werden, sich besser an den Klimawandel anzupassen. Im Rahmen des Projekts würden unter anderem Ufer abgeflacht, Gewässerläufe naturnah verlängert, gemauerte Uferkanten mit Pflanzelementen ergänzt oder Totholz eingebracht werden.

Neue Erholungsräume

Durch Besucherlenkung und neue Wasserzugänge soll auch der Freizeitwert entlang der Gewässer gesteigert werden. Das Projekt möchte die Hamburgerinnen und Hamburger enger mit der städtischen Flussnatur verbinden und das Bewusstsein für den Wert der Stadtnatur stärken. „Ambitionierter Naturschutz und Großstadt sind kein Widerspruch“, sagte Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne). Durch das Projekt würden lebendige Flusslandschaften und neue Erholungsräume direkt vor der Haustür entstehen.

„Naturschutzgroßprojekte im urbanen Raum schaffen nicht nur Lebensräume für bedrohte Arten, sondern auch Orte, an denen Menschen inmitten der Stadt Natur erfahren können“, sagte Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz. Gleichzeitig werde das Zusammenspiel von Gewässern, Grünflächen und naturnahen Lebensräumen gestärkt, das die Stadt widerstandsfähiger gegen Hitze, Starkregen und andere Folgen des Klimawandels mache.

Die Kosten für die Umsetzung des zehnjährigen Naturschutzgroßprojekts belaufen sich auf insgesamt rund 25 Millionen Euro. Neben den Mitteln des Bundesumweltministeriums (rund 17,3 Millionen Euro) fördern die Hansestadt Hamburg mit rund 1,85 Millionen Euro sowie die Stiftung Lebensraum Elbe mit rund 5,56 Millionen Euro das Projekt.