Wildbienen brauchen Unterstützung durch den Menschen. „Die Ökosystemleistungen, die Wildbienen und andere Insekten für uns erbringen, werden nach wie vor nicht genug gewürdigt“, kritisierte der Naturschutzbund (Nabu) Hamburg in einer Mitteilung zum Weltbienentag (Mittwoch). In Deutschland existierten über 600 Wildbienenarten, doch nur rund ein Drittel davon sei als ungefährdet eingestuft. „Um sie effektiv zu schützen, müssen wir bei den verschiedenen Treibern des Insektensterbens ansetzen. Es ist vor allem die Kombination aus intensiver und strukturarmer Landwirtschaft, Klimawandel, Flächenversiegelung und Lichtverschmutzung, die die Insektenpopulationen so schnell schwinden lassen“, erläuterte Katharina Schmidt, Referentin für Stadtnatur beim Nabu Hamburg.
Bienen - und ganz besonders Wildbienen - bestäuben laut Nabu Hamburg 75 Prozent der Nahrungsmittelpflanzen des Menschen. Darüber hinaus trügen sie zur Bestäubung und Vermehrung von Wildpflanzen bei, was die Vielfalt auf Wiesen fördere. Die blühenden Wiesen wiederum böten anderen Tierarten Nahrung und Lebensraum. Zudem würden Wildbienen die Fruchtbarkeit des Bodens verbessern, und sie seien wichtige Nützlinge in der Forst- und Landwirtschaft. Ein Rückgang der Wildbienenpopulationen habe weitreichende Folgen für die gesamte Biodiversität.
Mitmachen bei Stadtnatur-Aktionstagen
Interessierte können sich laut dem Naturschutzverband etwa an den Stadtnatur-Aktionstagen des Nabu beteiligen. Bei den Arbeitseinsätzen würden Areale in Parks und Grünanlagen durch eine naturnahe Bepflangung zu vielfältigen Lebensräumen für Insekten umgestaltet. In diesem Jahr gebe es zehn solcher Aktionstage - der nächste finde am 30. Mai im Himmelsmoor in Duvenstedt statt.
Malte Siegert, Vorsitzender des Nabu Hamburg, sagte: „Wildbienen sind ein gutes Beispiel, warum auch der Mensch am Erhalt der Biodiversität interessiert sein muss. Sie ist schlichtweg unsere Lebensgrundlage. Es ist unerlässlich, die Lebensräume dieser wichtigen Insekten zu schützen und zu fördern, um die Stabilität und Gesundheit unserer Ökosysteme zu gewährleisten.“