84,6 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger glauben nicht, dass ihre Altersrente ausreichen wird. 53,4 Prozent sagen, ihr Einkommen reiche nicht aus, um Rücklagen zu bilden, teilte der Sozialverband (SoVD) in Hamburg am Mittwoch mit. Das habe eine vom SoVD beim Meinungsforschungsinstitut Civey in Auftrag gegebene, bundesweite Umfrage ergeben. 84,2 Prozent der Menschen in Hamburg sprechen sich demnach für eine Erwerbstätigenversicherung aus, in die alle einzahlen - auch Selbstständige, Beamtinnen und Beamte. Civey befragte in der Zeit vom 24. bis zum 31. März online 2.500 Bundesbürgerinnen und -bürger zwischen 18 und 67 Jahren. Ausgenommen waren Rentnerinnen, Rentner, Beamtinnen, Beamte und Selbstständige.
„Wie soll man zusätzlich private Vorsorge betreiben, wenn der finanzielle Spielraum nicht vorhanden ist?“, fragt Klaus Wicher, Vorsitzender des Hamburger SoVD-Landesverbands, die Politik. Er erklärte, private und betriebliche Vorsorge dürften maximal als eine zusätzliche Absicherung angesehen werden. Wer nicht vorsorgen könne, müsse trotzdem eine Rente haben, die Teilhabe und Teilnahme an der Gesellschaft ermögliche.
Wicher: Rente braucht Auffrischungskur
Für Wicher ist die Rente auch in Zukunft existenziell für die Altersabsicherung: „Sie sorgt für Stabilität und steht für Verlässlichkeit und Solidarität unserer Gesellschaft. Sie braucht eine Auffrischungskur, aber grundsätzlich kann sie nicht infrage gestellt werden.“ Er forderte daher ein klares Bekenntnis zur gesetzlichen Rente.
Die Hamburger Politik forderte der SoVD-Landesvorsitzende auf, den Menschen in der Stadt zu signalisieren, dass Hamburg an ihrer Seite bleibe, nachdem sie ihr Berufsleben beendet haben. „Hamburg täte gut daran, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Auch durch neue Seniorenzentren in den Quartieren“, erklärte Wicher.