Menschen in Mecklenburg-Vorpommern haben nur geringes Vertrauen in die Zukunft der gesetzlichen Pflegeversicherung. Den Ergebnissen einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse AOK zufolge würden 84 Prozent der Befragten kurzfristig mit steigenden Beiträgen rechnen, teilte die AOK Nordost am Montag mit. 87 Prozent würden befürchten, dass sie private Zusatzkosten in einem Pflegeheim finanziell überfordern könnten. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Befragten beurteilt das Angebot an Pflegeheimen, ambulanten Diensten, Tagespflege und Beratungsstellen als schlecht.
Politische Forderungen
„Die Ergebnisse sind ein deutliches Signal: Die Menschen erwarten eine verlässliche, bezahlbare und wohnortnahe Pflege“, sagte Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost. Im Kontext der Pflegereform der Bundesregierung fordert die Krankenkasse demnach „eine verlässliche Finanzierung der Pflegeversicherung“, „spürbare Entlastung für pflegende Angehörige“ und einen „an den Bedarfen orientierten Ausbau der regionalen Pflegeinfrastruktur.“
Die durchschnittliche Gesamtbelastung der Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen in Mecklenburg-Vorpommern liegt nach Abzug der nach Wohndauer gestaffelten Leistungszuschläge der Pflegeversicherung inzwischen bei rund 2.200 Euro pro Monat. Die Civey-Umfrage im Auftrag der AOK hatte bundesweit 10.000 Personen befragt, 269 davon in Mecklenburg-Vorpommern. Die Ergebnisse sind für die jeweilige Ebene repräsentativ.