SH: Gewerkschaft wirft Land Rückzug aus Klinikversorgung vor
Kiel (epd).

Die Komba-Gewerkschaft Schleswig-Holstein wirft der Kieler Landesregierung einen Rückzug aus der Gesundheitsversorgung zulasten von Frauen und Landbevölkerung vor. Angesichts drohender Klinikschließungen, bereits eingetretener Klinikinsolvenzen sowie geplanter Änderungen bei der Notfallversorgung fordert sie unter anderem eine verbindliche Hilfsfrist, höchstens 30 Minuten Pkw-Fahrzeit bis zur Notaufnahme, Schutz für die Geburtshilfe und eine gesicherte chirurgische Versorgung auf Helgoland, wie Komba am Wochenende mitteilte. Der Landtag müsse den Entwurf des Landeskrankenhausgesetzes und den Entwurf des Rettungsdienstgesetzes sofort nachbessern.

Die Nordseeklinik Helgoland sei insolvent, das Gesundheitsministerium plane für Helgoland und Föhr ab 2028 Einrichtungen ohne stationäre Chirurgie, auch Amrum hänge davon ab, kritisierte die Gewerkschaft. Auf Fehmarn gebe Ameos sein Akutkrankenhaus zum Jahresende auf. In Geesthacht seien nach zwei Insolvenzen bereits Notaufnahme, Chirurgie und Geburtshilfe geschlossen worden. Geesthachter Patienten wichen heute nach Reinbek oder Hamburg aus. 2024 hätten sich bereits rund 90.000 Menschen aus Schleswig-Holstein in Hamburg stationär behandeln lassen.

Frauen besonders betroffen

Die Gewerkschaft übt deutliche Kritik an den Entwürfen für ein neues Krankenhaus- und ein neues Rettungsdienstgesetz. Die bisherige Vorgabe, dass Rettungsmittel in 90 Prozent der Notfälle binnen zwölf Minuten eintreffen müssen, werde zu einer Planungsgröße abgeschwächt.

Besonders treffe es Frauen. Rund die Hälfte der Kreißsäle im Land sei binnen 25 Jahren geschlossen worden. Einen Schutzstatus für Geburtshilfe sehe keiner der Entwürfe vor, kritisierte die Gewerkschaft.