Sozialverband fordert mehr günstigen Wohnraum für Studierende
Hamburg (epd).

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) fordert mehr bezahlbaren Wohnraum für Studierende in Hamburg. Der Wohnungsmarkt in der Stadt entwickle sich für finanziell weniger gut aufgestellte junge Menschen immer mehr zum Ausschlusskriterium, wenn es um Bildungsgerechtigkeit gehe, erklärte der SoVD-Landesverband Hamburg laut Mitteilung am Montag.

„Mehr Wohnheimplätze, Stipendien oder auch ein Wohngeld würden insbesondere diejenigen unterstützen, für die die Finanzierung ihres Studiums besonders schwierig ist“, erklärte die Hamburger SoVD-Vorständin Sally Peters. Vor allem sehe sie die Stadt in der Pflicht: „Hamburg muss unbedingt und schnell mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen!“

Der SoVD Hamburg verwies auf den Studentenwohnreport 2026, den der Finanzdienstleister MLP SE gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am 30. September veröffentlicht hatte. Demnach sind für ein 20 Quadratmeter großes WG-Zimmer in Hamburg inzwischen im Schnitt 736 Euro Warmmiete im Monat zu zahlen.

Studentische Haushalte finanziell überbelastet

„Das BAföG kompensiert dies schon lange nicht mehr“, sagte Peters. Folge sei, dass sich junge Menschen aus einkommensschwachen Familien sowie aus Teilen des Mittelstands ein Studium kaum noch leisten könnten.

Laut dem SoVD Hamburg müssen vor allem Studierende in Hamburg mit jedem Cent rechnen: Eine Sonderauswertung zum Hamburger Mikrozensus 2025 habe ergeben, dass die Ausgaben für das Wohnen mehr als die Hälfte ihres Einkommens verschlängen. 65 Prozent der studentischen Haushalte seien sogar finanziell überbelastet.

„Das bedeutet für viele Studierende, es sind in Hamburg 42 Prozent, dass sie nebenbei arbeiten müssen, da die BAföG-Wohnkostenpauschale nur bei 380 Euro liegt“, erklärte Peters. Wer auf einen Nebenjob angewiesen sei, habe zwangsläufig weniger Zeit fürs Studium. Wer es sich dagegen leisten könne, macht schneller den Abschluss und sei damit im Vorteil.