Die Hamburger Linksfraktion fordert mehr „Housing First“-Angebote für junge Wohnungslose in der Stadt. Berechnungen zufolge gebe es in Hamburg fast 800 junge Menschen, die entweder in Zelten, Autos, Abbruchhäusern oder Garagen lebten oder bei Freundinnen und Freunden auf der Couch schliefen, teilte die Linksfraktion am Dienstag mit. Ihnen stünden in Hamburg nur 20 Notübernachtungsstellen für junge Volljährige bei vier Trägern der freien Jugendhilfe gegenüber, das gehe aus einer Senatsantwort auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Dazu kämen zwei weitere Notschlafstellen für minderjährige Mädchen und Jungen und zehn Übernachtungsplätze für junge männliche Prostituierte.
„Housing First“-Projekte zeichnen sich dadurch aus, dass Menschen zuerst eine eigene Wohnung erhalten - erst danach folgen freiwillige Unterstützungsangebote. Jan Libbertz, familienpolitischer Sprecher der Linksfraktion, erklärte: „Wenn Wohnungslosigkeit bis 2030 überwunden sein soll, was sich der Senat ausdrücklich zum Ziel gesetzt hat, müssen stabile Housing-First-Angebote eingerichtet werden, die nicht nur Notschlafplatz sind, sondern ein Zuhause für diese jungen Menschen werden können.“
Libbertz sieht Saga besonders in der Pflicht
Libbertz sehe hier „alle Hamburger Wohnungsunternehmen“ in der Pflicht, „aber ganz besonders die Saga, die mit 140.000 Wohnungen Hamburgs größte Vermieterin ist“. Der Senat habe schon jetzt maximal möglichen Einfluss auf die städtische Bauunternehmensgruppe, sagte Libbertz.