HH: Verbraucherzentrale kritisiert geplante Krankengeld-Regelungen
Hamburg (epd).

Die geplanten neuen Regelungen zum Krankengeld belasten Versicherte nach Ansicht der Verbraucherzentrale Hamburg unverhältnismäßig. Sie träfen „ausgerechnet diejenigen, die ohnehin in einer schwierigen Situation sind“, sagte Yvonne Vollmer von der Verbraucherzentrale Hamburg laut Mitteilung am Montag. Die Stabilisierung der Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung sei zwar wichtig. Das Krankengeld mache mit rund 6,6 Prozent jedoch nur einen vergleichsweise kleinen Anteil der Leistungsausgaben aus. „Notwendige Einsparungen sollten deshalb sorgfältig abgewogen werden und nicht zulasten von Menschen gehen, die krank sind und ihren Lebensunterhalt vorübergehend nicht selbst sichern können“, erklärte Vollmer.

Die geplanten Regelungen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes schwächten den Schutz von Versicherten und belasteten diese unverhältnismäßig, erklärten die Verbraucherschützer. Besonders problematisch sei, dass Krankenkassen Versicherte künftig ohne vorherige Einwilligung kontaktieren dürften, erklärte Vollmer. „Viele Erkrankte sind ohnehin verunsichert. Sie sollten nicht befürchten müssen, am Telefon zu Angaben gedrängt zu werden oder um ihren Krankengeldanspruch bangen zu müssen.“

Missbrauch nicht belegt

Zugleich sollen Versicherte, die während ihrer Arbeitsunfähigkeit arbeitslos werden, künftig weniger Krankengeld erhalten, kritisierte die Verbraucherzentrale. „Wer krank ist, verliert nicht nur seine Gesundheit, sondern mitunter auch seinen Arbeitsplatz. Gerade dann darf die finanzielle Absicherung nicht geschwächt werden“, erklärte Vollmer. Ein systematischer Missbrauch des Krankengeldes sei nicht belegt.