Hamburg: Sozialverband fordert Wohnungskontingente für Bedürftige
Hamburg (epd).

Der Sozialverband (SoVD) in Hamburg fordert Wohnungskontingente für besonders hilfebedürftige Gruppen. „Die Stadt könnte über die städtische SAGA den unterstützenden Trägern größere Wohnungskontingente zur Verfügung stellen“, regte die Hamburger SoVD-Landesvorsitzende Sally Peters laut Mitteilung am Freitag an. Zum Hintergrund erklärte ihr Verband, der Hamburger Wohnungsmarkt biete Menschen mit sehr geringem Einkommen kaum noch Perspektiven. Es würden derzeit viel zu wenige Wohnungen im niedrigsten Preissegment geschaffen.

Konkret fordert Peters den Angaben zufolge feste Wohnungskontingente für Frauen nach dem Aufenthalt im Frauenhaus, für junge Erwachsene, die mit Erreichen der Volljährigkeit Betreuungseinrichtungen verlassen müssen, sowie für obdachlose Menschen, die durch Housing First die Chance auf einen Neuanfang hätten. „Das sollte auch bei der Umsetzung von Projekten wie dem Holsten Areal berücksichtigt werden“, erklärte sie.

Peters: Investition verhindert hohe Folgekosten

Mit dem Ende der Betreuung entfalle oft auch die Wohnperspektive, sagte Peters. Aus eigener Kraft fänden Betroffene kaum bezahlbaren Wohnraum. Das gelte ebenso für Menschen, die auf der Straße leben und durch Housing First eine Chance auf Stabilität und gesellschaftliche Teilhabe hätten.

Unterstützenden Trägern größere Wohnungskontingente zur Verfügung zu stellen, wäre „eine Investition, die sich langfristig auch für Hamburg auszahlen könnte, weil sie hohe Folgekosten verhindert“, sagte Peters. Wer aus der Obdachlosigkeit in eine eigene Wohnung komme, habe deutlich bessere Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben. „Gleiches gilt für Frauen, die mit ihren Kindern das Frauenhaus verlassen möchten, oder für junge Erwachsene, die für den Start in die Selbstständigkeit ein sicheres Zuhause brauchen.“