Der Sozialverband (SoVD) in Hamburg fordert Entlastungen für Pflegebedürftige in Heimen. Anlass ist der am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG). Der Hamburger SoVD-Landesverband begrüßt laut Mitteilung von Donnerstag, dass die Pflegeversicherung dem Entwurf zufolge weiterhin die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige voll übernimmt. Zugleich kritisierte er die hohen Eigenanteile in Heimen. SoVD-Landesvorsitzende Sally Peters forderte die Stadt Hamburg auf, zur Begrenzung der Eigenanteile beizutragen.
Konkret solle die Stadt Pflegebedürftige bei den sogenannten Investitionskosten entlasten, erklärte Peters. Zudem verlangte der SoVD Hamburg die Wiedereinführung einer einkommensabhängigen Einzelfallförderung. Eine solche Förderung habe es in Hamburg bis 2010 gegeben, sie sei dann aber abgeschafft worden, erläuterte der Verband.
Im Schnitt 3.481 Euro im Monat im ersten Jahr selbst zu zahlen
Der SoVD Hamburg verwies auf Angaben des Verbands der Ersatzkassen (vdek), denen zufolge Pflegebedürftige in Hamburg im ersten Jahr ihres Heimaufenthalts zum 1. Juli 2026 durchschnittlich 3.481 Euro im Monat selbst zahlen mussten. Das seien 302 Euro mehr gewesen als ein Jahr zuvor. Der Bundesdurchschnitt habe bei 3.364 Euro gelegen. Die Kosten würden Pflege, Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten umfassen.
Diese Investitionskosten, beispielsweise für Gebäudeabnutzung, Einrichtung und Ausstattung, lägen in Hamburg derzeit im Durchschnitt bei mehr als 600 Euro monatlich, erklärte der SoVD Hamburg. Sie würden von den Pflegebedürftigen überwiegend selbst getragen und seien nicht durch die Leistungszuschläge der Pflegeversicherung abgedeckt.