Thalia Theater: Installation für Opfer rechtsextremer Gewalt
Hamburg (epd).

Mit einer multimedialen Installation erinnert das Hamburger Thalia Theater an die Todesopfer rechtsextrem motivierter Gewalt. Ab Donnerstag (19 Uhr) macht die Installation an der Außenfassade des Theatergebäudes die Namen der Ermordeten sichtbar und hörbar, wie das Theater mitteilte. Auf einem Metallsockel seien die Namen von Todesopfern eingraviert, eine Lichtsäule markiere den Erinnerungsort. Die von Schauspielerinnen und Schauspielern eingesprochenen Namen seien zudem als Audioinstallation zu hören.

Ziel sei es, die Opfer nicht als abstrakte Zahlen erscheinen zu lassen, sondern als Menschen mit individuellen Biografien, Hoffnungen und Leben. „Theater sind seit jeher Orte des Dialogs und kollektiven Erinnerns“, sagte Intendantin Sonja Anders. „Mit dieser Installation möchten wir ein weiteres Mal dazu aufrufen: Gemeinsam gegen Faschismus und Gewalt!“

Anschlag in Hanau

Anlass sei der sechste Jahrestag des faschistischen Anschlags in Hanau (Hessen), bei dem am 19. Februar 2020 neun Menschen ermordet wurden. Er stehe in einer Folge rechtsextremer Gewalttaten in Deutschland, zu denen auch die Brandanschläge von Mölln (1992) und Solingen (1993) gehören. Laut Theater erinnert die Installation an insgesamt 479 Menschen, die seit 1945 durch faschistische und rechtsextreme Gewalt in Deutschland ermordet worden sind. 414 Namen seien auf dem Metallsockel gelistet, 65 weitere Opfer seien bis heute nicht namentlich bekannt.