Lübecker Hanseschiff digital rekonstruiert
Lübeck (epd).

Ein im Jahr 2023 aus der Trave geborgenes Wrack kann jetzt als digitale 3D-Rekonstruktion betrachtet werden. Im Jahr 2020 sei dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee bei regelmäßigen Messungen in der Trave eine Unebenheit aufgefallen, die sich schließlich als Wrack eines alten Hanseschiffes entpuppte, teilte die Hansestadt Lübeck am Montag mit.

Das gefundene Wrack sei im Jahr 1642/43 in Lübeck nach der niederländischen Bodenbauweise gebaut worden. Um das Schiff an die Bedingungen in der Ostsee anzupassen, sei anders als bei der traditionellen Bauweise ein spitz zulaufender Kiel gebaut worden. „Das ist kein bloßes Kopieren fremder Technik, sondern ein selbstbewusster Weiterentwicklungsprozess“, sagte der Lübecker Forschungstaucher Felix Rösch.

Ladung fast vollständig

Eine weitere Besonderheit des Fundes sei die nahezu vollständig erhaltene Ladung. Rund 160 Fässer seien im Wrack gefunden worden, Analysen hätten gezeigt, dass sie Branntkalk aus Schweden transportiert hatten. Dieses Material sei von großer Bedeutung für die Hansestadt Lübeck und ihr von Backsteinen geprägtes Stadtbild. „Der Fund verbindet globale Handelsnetze mit lokaler Baugeschichte - das ist für die Hansestadt von unschätzbarem Wert“, sagte Rösch.

Mithilfe der 3D-Rekonstruktion solle weiter geforscht werden. Die nächsten Ergebnisse erwarten die Forschenden im Frühjahr 2026.