Die Architekturfotografin Johanna Klier bekommt den mit 8.000 Euro dotierten Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie 2026. Ihr Projekt „Archiv Sternbrücke“ wurde für das diesjährige Arbeitsstipendium ausgewählt, das die Stadtentwicklungsbehörde und die Stiftung Historische Museen Hamburg vergeben, wie diese am Montag mitteilten.
In ihrem 2020 begonnenen Langzeitprojekt dokumentiere Klier die Veränderungen rund um den Abriss der alten und den Bau der neuen Bundesbahnbrücke in Altona. Im Mittelpunkt des Projekts stehe mit der Sternbrücke und des sie umgebenden Areals ein Ort von außergewöhnlich hoher Veränderungsdynamik, der über Jahrzehnte hinweg auch für die Hamburger Club- und Subkultur von zentraler Bedeutung gewesen sei. Ihre fotografische Dokumentation der aktuellen Veränderungen werde Klier um historische Materialien und Erinnerungen und um künstlerische Reflexionen über den Ort ergänzen. Das Ziel sei ein besonderes Archiv, in dem die mehr als 100-jährige Entwicklung einer architektonischen und kulturellen Schnittstelle zwischen den Bezirken Eimsbüttel, Altona und Mitte festgehalten wird.
Architektonischer Wandel im Stadtbild
Die 1980 geborene Klier beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit den Angaben nach seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem architektonischen Wandel im Hamburger Stadtbild. Von 2003 bis 2009 studierte sie Fotografie an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel und an der University of Westminster in London. Seit Oktober 2025 ist sie Studentin im Masterstudiengang „Filmkultur: Archivierung, Programmierung und Präsentation“ an der Goethe Universität Frankfurt/Main. Klier lebt in Hamburg und arbeitet als Architekturfotografin im Büro Fotografie Dorfmüller Klier.
Der 2018 erstmalig ausgeschriebene Georg-Koppmann-Preis für Hamburger Stadtfotografie wird jährlich mit dem Ziel vergeben, künstlerisch-dokumentarische Auseinandersetzungen mit dem sich wandelnden Stadtbild Hamburgs zu fördern. Der Preis ist nach dem Fotografen Georg Koppmann (1842-1909) benannt, der die Entwicklung Hamburgs zur modernen Großstadt am Ende des 19. Jahrhunderts erstmals systematisch dokumentiert hatte.