Das Thalia Theater in Hamburg präsentiert zur neuen Spielzeit 26/27 „Banned Books“. Ein Regal im Mittelrangfoyer enthält rund 200 Bücher, die derzeit in den USA verboten sind oder geächtet werden, wie das Thalia Theater am Montag mitteilte. Das Theater wolle daran erinnern, wie essenziell Bücher für eine liberale demokratische Gesellschaft seien. Vor und nach den Vorstellungen sei das Publikum eingeladen, in den Büchern zu stöbern und ins Gespräch zu kommen.
Die Bücher zeigen, „welche Lücken in unseren Bücherregalen entstehen können, wenn autoritäre Willkür und faschistische Ideologie die Oberhand gewinnen“, hieß es vom Theater. Buchzensur sei 2026 fester Bestandteil der amerikanischen Kulturpolitik. Mit Blick auf Deutschland erklärte das Theater: „Ob es die Vorgänge rund um den Buchhandlungspreis 2026 oder die bildungspolitischen Vorhaben der AfD sind: Der Zugang zu Wissen und Geschichte ist längst Austragungsort neuer Kulturkämpfe, nicht nur in Amerika.“
5.668 „Banned Books“
Das Thalia Theater verwies auf Daten, die die American Library Association (ALA) im April veröffentlichte. Demnach dokumentierte das Office for Intellectual Freedom (OIF) der ALA insgesamt 5.668 Bücher, die im vergangenen Jahr aus Bibliotheken verbannt wurden. Bei weiteren 920 Büchern sei der Zugang beschränkt worden.