Musik verfolgter jüdischer Komponistinnen und Komponisten aus der Zeit des Nationalsozialismus ist am 25. Januar um 18 Uhr in der evangelischen Marktkirche in Hannover zu hören. Anlass ist der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar, wie der niedersächsische Landtag am Montag mitteilte. Die Veranstaltung steht unter der Überschrift „Die Geige, die ich halte, ist mein Schutzschild geworden“.
Die Zerstörung künstlerischen Lebens sei eine Facette des nationalsozialistischen Vernichtungswillens gewesen, hieß es. Jüdische Kulturschaffende seien ins Exil gezwungen oder inhaftiert und ermordet worden. In perfidem Zynismus sei ihre Kunst auch dazu benutzt worden, die Realität deutscher Konzentrationslager zu verharmlosen und zu verschleiern. Der Landtag veranstaltet das Gedenkkonzert gemeinsam mit dem jüdischen Kulturzentrum Villa Seligmann. Der Eintritt ist frei.
Kompositionen gegen den Tod
Unter anderem erklingen Werke von Ruth Schonthal, die als Jugendliche aus Deutschland flüchtete und später versuchte, den Holocaust in Töne und Klänge zu fassen. Zu hören ist auch Musik von Viktor Ullmann, der die Hälfte seiner Werke im Ghetto von Theresienstadt komponierte und seine Kunst dem bevorstehenden Tod entgegensetzte, wie es hieß. Zudem wird Musik von Szymon Laks gespielt, der das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau überlebte. Gestaltet wird der Konzertabend vom „Modern Times Quartet“ aus Berlin und der Schauspielerin Charlotta Bjelfvenstam.
Musik sei von einem immensen Wert für die Gedenkarbeit, unterstrich Landtagspräsidentin Hanna Naber (SPD). Sie habe die „magische Kraft, uns im Innersten zu berühren“ und könne so „einen einzigartigen Zugang zum Unvorstellbaren bieten“. Mit dem Konzert wolle der Landtag an alle Opfer des Nationalsozialismus erinnern, hieß es.