Nach dem Abschluss des Auswilderungsprogramms im Pfälzerwald droht der dortigen Luchspopulation Inzucht. Deshalb sollen nun bis 2030 jedes Jahr weitere Tiere in die Region gebracht werden.
Mainz (epd). Nach mehrjähriger Pause ist am Dienstag im Pfälzerwald wieder ein Luchs ausgewildert worden. In den kommenden fünf Jahren würden jährlich ein bis zwei weitere Tiere die Population in der Region ergänzen, um deren genetische Vielfalt zu sichern, teilte das Mainzer Umweltministerium mit. Das erste nach Rheinland-Pfalz gebrachte Männchen stammt aus einem Nachzuchtprogramm und war im Tiergarten Nürnberg zur Welt gekommen.
Im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojekt waren zwischen 2016 und 2021 insgesamt 20 Luchse aus der Slowakei und der Schweiz im Pfälzerwald in die Freiheit entlassen worden und bildeten den Grundstock für eine Population der zuvor ausgerotteten Raubkatze. „Die Rückkehr der Luchse in den Pfälzerwald ist ein großer Erfolg“, erklärte Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider (CDU). „Forst, Jagd, Nutztierhaltung und Naturschutz arbeiten in diesem Projekt vorbildlich zusammen.“ Dennoch bestehe mittlerweile ein erhöhtes Inzuchtrisiko.
Gesamtzahl nicht exakt zu bestimmen
Wie viele Luchse aktuell in Rheinland-Pfalz leben, lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen, da die scheuen Tiere sehr große Entfernungen zurücklegen, eine Reihe der ausgewilderten Tiere über die Grenze in die französischen Vogesen abwanderte und zahlreiche Jungtiere früh sterben. Das landeseigene „Koordinationszentrum Luchs und Wolf“ dokumentierte 2025 und 2026 Sichtungen und eindeutig identifizierbare Spuren von 27 unterschiedlichen Individuen, überwiegend auf dem Gebiet der Landkreise Südwestpfalz und Bad Dürkheim, vereinzelt aber auch in anderen Regionen, etwa rund um den Donnersberg.
Koordinationszentrum Luchs und Wolf https://s.epd.de/399p
Pressemeldung des Ministeriums zum Thema https://s.epd.de/3vfe