Der Menschenrechtsexperte Martin Lessenthin sieht Christen im Iran nach dem Krieg mit den USA und Israel massiv unter Druck: Religiöse Minderheiten würden vom Regime gezielt als Sicherheitsrisiko und Sündenböcke markiert.
Frankfurt a.M. (epd). Der Menschenrechtsexperte Martin Lessenthin blickt mit großer Sorge auf die Lage von Christinnen und Christen im Iran: Seit Beginn des Krieges mit den USA und Israel sei jeder Kontakt in die „freie Welt“ zur Lebensgefahr geworden, Untergrundgemeinden hätten ihre Treffen und digitale Gruppen eingestellt, sagte der frühere Sprecher der Menschenrechtsorganisation IGFM dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die gegen sie eingesetzte besondere Härte sei eine Machtdemonstration und ein Signal der islamistischen Führung an die Zivilgesellschaft. Der Historiker Lessenthin ist seit 2023 Mitherausgeber der Jahrbücher für Religionsfreiheit und Botschafter für Menschenrechte.
epd: Wie wirkt sich der aktuelle Konflikt mit den USA und Israel konkret auf den Alltag von Christinnen und Christen im Iran aus - etwa bei Überwachung, Verhaftungen oder Einschränkungen des Gemeindelebens?
Martin Lessenthin: Christen stehen - wie viele andere Iraner - an der Seite des Volkes und teilen dessen Leid und Hoffnung. Aktuell bedeutet jeder Kontakt in die freie Welt Lebensgefahr. Viele Christen haben sich an den Januar-Demonstrationen beteiligt. Unter ihnen hat es Verletzte und Tote gegeben. Etliche wurden verhaftet oder verschleppt. Das Gemeindeleben steht still.
Religiöse Minderheiten unter Generalverdacht
Keine Abschiebungen
Homepage der Botschafter für Menschenrechte: www.botschafter-menschenrechte.de