Die Moderne Galerie des Saarlandmuseums blickt auf die Arbeit von Max Slevogt (1868-1932) als Illustrator und seine Beziehung zum Verleger Bruno Cassirer. Den meisten Menschen sei Slevogt heute vor allem als Maler bekannt, weil seine Gemälde leichter auszustellen seien als Papierarbeiten, erläuterte die Kuratorin Eva Wolf in Saarbrücken. „Ihn selbst hat diese Trennung immer sehr gestört.“ Sowohl in seinen Gemälden als auch in seinen Zeichnungen zeige sich sein Interesse am Erzählerischen. Bis zum 5. Juli sind über 100 Exponate unter dem Titel „Auf zu neuen Werken! Max Slevogt und sein Verleger Bruno Cassirer“ zu sehen - darunter Bücher, Mappenausgaben und Skizzen.
Der Titel greift laut Wolf auf eine Geburtstagspostkarte von Slevogt an dessen Verleger Cassirer zurück. Wichtigste Quellen der Ausstellungen seien Briefe und Postkarten. Da Slevogt häufig auf seinem Landsitz in Neukastel in der Pfalz verweilte und Cassirer in Berlin war, mussten Projekte postalisch abgesprochen werden, wie die Kuratorin erläuterte. Für die Ausstellung in Kooperation mit dem Landesmuseum Mainz (GDKE) und dem Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz/Landesbibliothek Speyer wurden demnach über 380 Briefe untersucht.
500 Zeichnungen für Faust II
Um den Bezug zwischen Slevogts Zeichnungen und seinem impressionistischen Werk zu verdeutlichen, sind passend zu den Illustrationen auch Gemälde zu sehen. Die Schau präsentiert unter anderem Arbeiten zu Ali Baba, Sindbad, Achill, der Autobiografie des Bildhauers Benvenuto Cellini, dem Bericht von Ferdinand Cortez zur Eroberung Mexikos und zu Goethes Faust II. Für die Buchversion von Faust II erstellte Slevogt 500 Zeichnungen.
Nach einer ersten Ausstellung in Mainz ist die Saarbrücker Ausstellung die zweite und es folgt noch eine dritte ab Oktober in der Liebermann-Villa am Wannsee. Jede Schau lege dabei eigene Schwerpunkte, orientiert an den jeweiligen Beständen, erklärte Wolf. Im Saarland liege der Fokus auf der Entstehung der Werke. Zum Begleitprogramm gehören etwa eine interaktive Kinderlesung, eine kritische Themenführung zur Darstellung des Orientalismus und Comic-, Buchbinde- sowie Mangaworkshops.