Der Naturschutzbund fordert die nordrhein-westfälische Landesregierung in einem Offenen Brief dazu auf, eine anlasslose Jagd auf Wölfe zu verhindern. Dazu solle sich das Land bei der am Freitag anstehenden Abstimmung im Bundesrat gegen die von der Bundesregierung angestrebte Novelle des Bundesjagdgesetzes positionieren, erklärte der Nabu NRW in Düsseldorf. Die geplante Gesetzesänderung ist aus Sicht des Naturschutzverbandes nicht geeignet, Konflikte rund um die Rückkehr des Wolfes zu lösen.
„Die pauschale Jagd auf Wölfe ist reine Symbolpolitik und schafft keine Sicherheit für Weidetierhaltende“, sagte der Nabu-Experte Thomas Pusch. Der Abschuss der Tiere sie keine „Patentlösung für einen guten Herdenschutz“, denn Abschüsse führten bei Wölfen nicht zu mehr Distanz zu den Weidetieren. Standort angepasster Herdenschutz wirke hingegen erwiesenermaßen nachhaltig und sei der einzig verlässliche Weg, Konflikte dauerhaft zu reduzieren.
Nabu NRW unterstützt Petition gegen die Wolfsjagd in Deutschland
Der Nabu verwies zudem darauf, dass problematische Einzeltiere bereits nach geltendem Recht geschossen werden können. Eine generelle Jagdzeit ohne konkreten Anlass lehne der Verband jedoch strikt ab. Der Nabu NRW unterstütze deshalb auch eine entsprechende Online-Petition. Bereits über 154.000 Menschen hätten die Petition unterzeichnet, um ein Zeichen gegen die anlasslose Jagd auf Wölfe in Deutschland zu setzen, hieß es.
„Wir erwarten, dass sich die Landesregierung sowohl im Bundesrat klar gegen die Novelle des Bundesjagdgesetzes stellt als auch auf Landesebene im Landesjagdgesetz keine anlasslose Jagdzeit für Wölfe einführt“, betonte die Vorsitzende des Nabu NRW, Heide Naderer. Der Nabu setze auf Dialog und appelliere an die Landesregierung, den Austausch zwischen allen beteiligten Gruppen weiterhin zu koordinieren, um nachhaltige Lösungen für den Wolf zu entwickeln.