Der vor mehr als einem Jahrhundert in Deutschland ausgestorbene Baltische Stör soll wieder in der Oder heimisch werden. Dafür seien am Freitag in Brandenburg rund 3.000 Jungfische in dem Fluss ausgesetzt worden, teilte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) mit. Die jungen Störe seien in der Teichwirtschaft des Nabu-Naturerlebniszentrums Blumberger Mühle bei Angermünde herangezogen worden und sollen später in der Oder laichen und so selbst für Nachwuchs sorgen.
Der Urzeitfisch Stör kann den Angaben zufolge mehr als vier Meter lang und mehr als 300 Kilogramm schwer werden. Beide Geschlechter erreichten ein Alter von bis zu 120 Jahren, hieß es. Fossile Funde störartiger Fische reichten bis zu 190 Millionen Jahre zurück.
Oder-Ausbau für Schifffahrt schadet
Im deutsch-polnischen Grenzgebiet werden nach Nabu-Angaben seit 2006 regelmäßig Störe in der Oder ausgesetzt. Die Jungfische wüchsen über einige Jahre heran, bis sie in die Ostsee abwandern, hieß es. Zum Laichen schwimmen sie später aus dem Meer zurück in die Oder-Niederungen. Dies hätten bisher jedoch nur sehr wenige Exemplare geschafft.
Die wenige Monate alten ausgewilderten Jungfische seien erst mit zehn bis 15 Jahren geschlechtsreif, hieß es. Sie müssten damit länger als ein Jahrzehnt überleben, bis sie sich das erste Mal fortpflanzen können. Ein Hindernis auf dem Weg zu einem sich selbst erhaltenden Bestand sei auch der Zustand der Oder. Durch den Ausbau für die Binnenschifffahrt gingen unter anderem als Laichplätze benötigte Kiesbänke verloren. Das Ökosystem leide zudem unter salzhaltigen Abwässern.