Die ersten Schwalben des Jahres sind nach Thüringen zurückgekehrt. Im Landkreis Gotha seien erste Rauchschwalben gesichtet worden, teilte Tino Sauer vom Naturschutzbund Thüringen (Nabu) am Montag in Jena mit. Mit steigenden Temperaturen würden nun nach und nach auch Mehlschwalben folgen.
Die Bestände der beiden insektenfressenden Arten seien in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen, hieß es. Hauptursachen seien Nahrungsmangel durch Insektenrückgang sowie fehlende Nistmöglichkeiten. Der Nabu ruft deshalb Haus- und Stallbesitzer dazu auf, die Vögel gezielt zu unterstützen.
Lehmpfützen erleichtern Nestbau
Rauchschwalben brüten laut Sauer bevorzugt in Ställen und Scheunen und benötigen freien Zugang über offene Türen oder Fenster. Mehlschwalben bauten ihre Lehmnester dagegen an Außenwänden unter Dachvorsprüngen. Dies führe mitunter zu Konflikten mit den Grundstückseigentümern. Doch lasse sich etwa herabfallender Kot unter den Nestern mit einfachen Brettern auffangen.
Als weitere Hilfsmaßnahme empfiehlt Sauer das Anlegen feuchter Lehmpfützen im Garten, die den Vögeln Baumaterial für ihre Nester liefern. Wichtig sei, diese während der Brutzeit im Mai und Juni feucht zu halten und in der Nähe der Nistplätze anzulegen. Zudem sollten Gärten naturnah gestaltet und auf Pestizide verzichtet werden.
Sauer betonte, Schwalben seien jahrhundertelang typische Kulturfolger in den Dörfern und Städten gewesen. Heute seien sie gefährdet. Während sich die Rauchschwalbenpopulation stabilisiert habe, sei die Zahl der Mehlschwalben in den vergangenen 40 Jahren um fast die Hälfte zurückgegangen.