Gesundheitsreform: Bürger fürchten schlechtere Versorgung durch Ärzte
Düsseldorf, Köln (epd).

Gut drei von vier Deutschen (77 Prozent) befürchten laut einer Umfrage, dass sich die geplanten Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen negativ auf die hausärztliche Versorgung auswirken. Das geht aus einer repräsentativen Civey-Erhebung hervor, die im Auftrag des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands durchgeführt und am Mittwoch vorgelegt wurde. Rund 13 Prozent erwarteten keine negativen Folgen, knapp 10 Prozent waren unentschieden. Über die Umfrage hatte zuerst die „Rheinische Post“ (Mittwoch) in Düsseldorf berichtet.

Für die Erhebung wurden Ende Mai 5.000 Menschen online befragt. Befragte in den ostdeutschen Bundesländern äußerten dabei im Schnitt größere Sorgen als in den westdeutschen Ländern. So fürchteten in Thüringen 87,8 Prozent eine schlechtere Versorgung. Auch in Sachsen (85,9 Prozent) und Sachsen-Anhalt (84 Prozent) zeigten sich überdurchschnittlich viele Menschen besorgt. In den westdeutschen Ländern lagen die Werte um knapp zehn Prozentpunkte niedriger. In Nordrhein-Westfalen betrugen sie 75,6 Prozent, in Bayern 72,6 Prozent.

Befragte sorgen sich, dass der Arzt weniger Zeit für sie hat

Zu den häufigsten Befürchtungen gehörte, dass Ärzte weniger Zeit je Patient aufbringen oder längere Wartezeiten in den Praxen drohen. Damit rechneten jeweils knapp 60 Prozent der Befragten. Einen schwierigeren Zugang zu Hausarztpraxen und eine schlechtere Behandlung befürchteten rund 48 Prozent.