Diakonie Sachsen vermisst fundierte Bildungsstrategie
Radebeul (epd).

Die Diakonie Sachsen warnt vor einer Verfestigung von sozialen Ungleichheiten. Alarmierend seien die Entwicklungen bei Schulabbrüchen, psychischen Erkrankungen junger Menschen und Hilfen zur Erziehung, teilte die Diakonie Sachsen am Mittwoch in Radebeul bei Dresden mit. Der Wohlfahrtsverband drängt daher „auf eine integrierte Strategie von Jugendhilfe, Schule, Gesundheitswesen und kommunaler Sozialplanung“.

Die Diakonie verweist unter anderem auf einen Bericht des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen Unicef zum kindlichen Wohlbefinden, in dem Deutschland im internationalen Vergleich auf Rang 25 von 37 umfassend bewerteten Ländern liegt. Insbesondere mangelnde Bildungsgerechtigkeit, ungleiche Teilhabechancen sowie zunehmende psychische Belastungen junger Menschen werden bemängelt.

Soziale Herkunft entscheidet

Laut dem Statistischen Landesamt Sachsen verließen 2024 im Freistaat mehr als 3.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Die Quote lag mit 9,1 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Zugleich erhielten mehr als 63.200 sächsische Kinder und Jugendliche Hilfen zur Erziehung, ein Anstieg um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Sachsens Diakoniechef Dietrich Bauer erklärte: „Die Chancen auf gutes Aufwachsen sind noch immer zu stark von der sozialen Herkunft abhängig.“ Besonders alarmierend sei zudem die Entwicklung psychischer Erkrankungen junger Menschen. Nach Auswertungen der Krankenkasse Barmer stieg die Zahl diagnostizierter Depressionen bei Fünf- bis 24-Jährigen in Sachsen zwischen 2018 und 2023 von 9.900 auf 14.600 Betroffene deutlich stärker als im Bundesdurchschnitt.