Die Janusz-Korczak-Schule in Chemnitz ist einer der beiden Gewinner des Hob-Preises für Bildungsgerechtigkeit. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung würdige besondere Konzepte für „individuelle Lernwege und faire Bildungschancen für alle Kinder“, teilte die auslobende Stiftung Kinderförderung von Playmobil am Mittwoch im bayerischen Zirndorf mit. Weiterer Hauptpreisträger ist die Grundschule Erlangen-Tennenlohe. Sie erhält ebenfalls 25.000 Euro.
Laut Jury praktiziert die Chemnitzer Janusz-Korczak-Schule einen „konsequent individualisierten Ansatz“. Die etwa 100 Kinder lernen demnach an der Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung unter klar strukturierten, verlässlichen Rahmenbedingungen.
Lernpläne statt Stundenplänen
Das Unterstufenkonzept ersetze starre Stundenpläne durch individuelle Lernpläne, hieß es. Elemente wie tägliche Rituale und eine multiprofessionelle Zusammenarbeit ermöglichten „ein Lernen, das sich an den tatsächlichen Lebens- und Lernbedingungen der Kinder orientiert und Teilhabe fördert“.
Zudem erhalten bundesweit weitere 20 Schulen Anerkennungspreise in Höhe von jeweils 10.000 Euro, darunter auch die Erich Kästner Schule in Dresden. Alle prämierten Einrichtungen überzeugten „mit strukturell verankerten Ansätzen“, die auf verschiedene Lernvoraussetzungen reagierten.
Der Preis wurde zum dritten Mal vergeben. Die Ausschreibung richtete sich in diesem Jahr an Förder- und Regelschulen der Klassenstufen 1 bis 4. Benannt ist die Auszeichnung nach dem Playmobil-Gründer Horst Brandstätter (Spitzname „Hob“).