Thüringen hat vier kulturelle Traditionen für das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen. Auf Empfehlung einer Landesjury habe das Land das künstlerische Graveur- und Medailleur-Handwerk, die Herstellung humaner gläserner Kunstaugen, den Fasching in Ostdeutschland sowie die Handwerkskunst der Instandhaltung und Fertigung von Dampflokomotiven in Meiningen nominiert, teilte das Kulturministerium am Donnerstag in Erfurt mit.
Minister Christian Tischner (CDU) erklärte, die Auswahl würdige Kulturformen mit besonderer gesellschaftlicher Bedeutung. Sie stünden für Kreativität, Gemeinschaft und handwerkliches Können und zeigten, wie lebendig Traditionen im Freistaat seien. Viele dieser Bräuche und Techniken würden generationenübergreifend weitergegeben und seien fest im gesellschaftlichen Leben verankert.
Entscheidung in 2027
Über die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis entscheidet ein Expertenkomitee der Deutschen Unesco-Kommission. Auf Grundlage der fachlichen Empfehlungen befassen sich anschließend die Kulturministerkonferenz und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien mit den Vorschlägen. Eine Entscheidung wird im Frühjahr 2027 erwartet.
Zugleich wurde das Thüringer Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes erweitert. Neu aufgenommen wurden das Kuhschwanzfest in Eisfeld, das Singen des Rennsteigliedes sowie die Schleusinger Abitaufe. Damit umfasst das Landesverzeichnis nun 25 Kulturformen. Bereits im bundesweiten Verzeichnis vertreten ist unter anderem der Eisenacher Sommergewinn, eines der größten Frühlingsfeste in Deutschland.