Neuer Glanz für Dresdner Residenzschloss
Dresden (epd).

Der jahrzehntelange Wiederaufbau des Dresdner Residenzschlosses soll 2028 abgeschlossen sein. Das kündigte der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Bernd Ebert, am Montag anlässlich der aktuellen Fertigstellung der Festetage und Eröffnung einer neuen Dauerausstellung „Masken und Kronen“ im Schloss an.

Zunächst war als Ziel für den Sanierungsabschluss 2027 vorgesehen. Das neue Datum sei nach aktuellen Gesprächen zum Baufortschritt festgelegt worden, sagte Ebert. Es seien noch Maßnahmen im Großen Schlosshof und in der Gotischen Halle notwendig. Im Frühjahr 2029 wollen die SKD die Fertigstellung des Residenzschlosses mit einem großen öffentlichen Fest würdigen.

Festetage jetzt komplett

Bund und Land investieren voraussichtlich rund 407 Millionen Euro in den Wiederaufbau. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Dresdner Residenzschloss stand in der DDR-Zeit - wie auch die Frauenkirche - als Ruine im historischen Stadtzentrum.

Mit der jetzigen Fertigstellung der kompletten Festetage sei ein wesentlicher Meilenstein beim Wiederaufbau erreicht, sagte Ebert. Zuletzt waren für rund 21 Millionen Euro der Große Ballsaal und der sogenannte Propositionssaal saniert worden. Von Mittwoch an ist dort die neue Dauerausstellung „Masken und Kronen“ zu sehen. Im Propositionssaal wurde 1831 die erste sächsische Verfassung überreicht.

Höfische Machtpräsentation

Die Ausstellung präsentiert mehr als 450 Exponate zur barocken Festkultur und höfischen Machtrepräsentation im kurfürstlichen Sachsen, von denen viele seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr zu sehen waren. Der größte Teil gehört zur Sammlung der Rüstkammer, einige Exponate kommen aus dem Münzkabinett, dem Grünen Gewölbe, dem Kupferstich-Kabinett, der Galerie Neue Meister und der Skulpturensammlung.

Erstmals ist es wieder möglich, alle Repräsentationsräume der sächsischen Herrscher in ihrer historischen Abfolge zu besichtigen. Die Fertigstellung der Etage mehr als 80 Jahre nach der kriegsbedingten Zerstörung des Schlosses sollte am Montagabend mit einem Festakt gefeiert werden. Dazu wurde auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) erwartet.

Zahlreiche originale Exponate

Der Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, Marius Winzeler, sagte, das Schloss sei der „ideale Rahmen“ für die Schätze der Rüstkammer. Insgesamt würden dort nun rund 5.000 Objekte der Sammlung gezeigt. Das sei mehr als ein Viertel des Gesamtbestandes der Dresdner Rüstkammer.

Viele der originalen Objekte seien in minutiöser Arbeit restauriert worden, sagte Winzeler. Zu sehen sind in den beiden zuletzt rekonstruierten Sälen prunkvolle Gewänder, Helme, Waffen und Schmuckstücke. Der Große Ballsaal und der Propositionssaal waren im Januar nach dreijähriger aufwendiger Rekonstruktion an die SKD zur Nutzung übergeben worden.

Ein Highlight der neuen Dauerausstellung ist eine nach dem Abbild des sächsischen Kurfürsten August der Starke (1670-1733) gestaltete goldene Sonnenmaske. Zudem ist sein Krönungsornat zu sehen. Den Mantel aus blauem Seidensamt mit Goldstickerei trug er am 15. September 1697 in Krakau, als er König von Polen wurde.

Von Katharina Rögner (epd)