Mehr als 3.000 Jahre alte Bronzeringe gefunden
Dresden (epd).

Mehrere Arm- und Beinringe aus der späten Bronzezeit sind in Dresden-Wilschdorf entdeckt worden. Wie das Landesamt für Archäologie Sachsen am Montag in Dresden mitteilte, werden die Schmuckstücke auf die Zeit um 1300 bis 1100 vor Christus datiert. Bei dem Fundort handele es sich um ein Depot mit zwei Armringen und vier Beinringen sowie um ein Ringfragment. Die Stücke würden derzeit gereinigt, registriert und restauriert.

Für die genaue Datierung helfen laut Landesamt Art und Verzierung der gerippten Ringe. Das Gesamtgewicht des Fundes betrage knapp 840 Gramm. Vergleichbare Arm- und Beinringe finden sich den Angaben zufolge in ganz Mitteleuropa. Solche Schmuckstücke hätten zur zeitüblichen Tracht der Menschen gehört und Wohlstand zur Schau gestellt, hieß es.

Möglicherweise unbekannte Gottheiten

Warum die Menschen vor mehr als 3.000 Jahren solche aufwendig gefertigten Stücke verborgen haben, werde in der Forschung seit Langem diskutiert. Sicher scheint dem Landesamt zufolge, dass es sich nicht um in Notzeiten verborgene Schätze handelt, die von ihren Besitzern nicht mehr gehoben werden konnten.

Die Tatsache, dass sich in Mitteleuropa zahlreiche vergleichbare Bronzedepots befinden, lässt vermuten, dass es sich um „ganz bewusste, rituell definierte Opfergaben - möglicherweise an heute unbekannte Gottheiten - handelt“, hieß es.

Sachsens Landesarchäologin Regina Smolnik erklärte: Das Landesamt werde sich „intensiv mit diesem Fund beschäftigen und ihn in Zusammenhang mit anderen Funden dieser Zeitepoche stellen“. Damit könne „das Bild einer der wichtigsten Blütezeiten Sachsens weiter vervollständigt“ werden.