Naturkundemuseum Erfurt zeigt "Vogel-WG" der Heinroths
Erfurt (epd).

Das Naturkundemuseum Erfurt zeigt ab dem 13. Februar die Fotoausstellung eines ungewöhnlichen zoologischen Projekts. Die Schau erzählt dabei die unglaubliche Geschichte des Forscherpaares Oskar und Magdalena Heinroth, die Anfang des 20. Jahrhunderts in ihrer Berliner Mietwohnung die Küken von 286 verschiedenen Vogelarten aufzogen, teilte ein Museumssprecher mit. Jede Entwicklungsphase der Jungvögel sei durch die Zoologen akribisch fotografisch dokumentiert worden.

Die „Vogel-WG“ war den Angaben zufolge Besuchsmagnet für Wissenschaftler aus aller Welt. Mit ihren Studien an insgesamt 1.000 Vogelindividuen wurden Oskar (1881-1945) und Magdalena Heinroth (1883-1932) zu den Begründern der Verhaltensforschung. Der Nobelpreisträger Konrad Lorenz (1903-1989) war ihr berühmtester Schüler. Oskar Heinroth war zudem Direktor des damals weltgrößten Aquariums im Berliner Zoo.

Viele Fotoplatten noch erhalten

Die Dokumentation der Entwicklungsstadien und des Verhaltens der Brutvögel und ihrer Küken lag dabei weitgehend in den Händen von Magdalena Heinroth. Ihre Notizen und die mit ihrem Mann erstellte fotografische Dokumentation bildeten die Basis für zahlreiche Veröffentlichungen, die schließlich in dem vierbändigen Werk „Die Vögel Mitteleuropas“ zusammengefasst wurden.

Viele der originalen Fotoplatten des Ehepaars überstanden den Zweiten Weltkrieg unbeschadet. Die Ausstellung zeigt das hautnahe Zusammenleben des Forscherpaares mit den unterschiedlichsten Vögeln anhand von Tagebüchern und Fotoserien, die aus dem Heinroth-Nachlass in der Staatsbibliothek Berlin stammen.