Mehr als 400 verlorene Kunstwerke wieder sichtbar
Berlin (epd).

Die Berliner Gemäldegalerie hat rund 430 am Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörte Kunstwerke mit Hilfe historischer Aufnahmen in digitaler Form wieder hergestellt. Die Fotografien von Gustav Schwarz (1871-1958) hätten sich als großformatige Glasnegative erhalten und seien digitalisiert worden, teilten die Staatlichen Museen zu Berlin am Donnerstag mit. Online könnten die Aufnahmen ab sofort frei betrachtet werden.

Schwarz hatte den Angaben zufolge zwischen 1925 und 1944 im Auftrag der Berliner Museen Aufnahmen nahezu aller Gemälde der Sammlung angefertigt. In erster Linie hätten sie Reproduktionszwecken für Publikationen und Postkarten gedient. Die fragilen Glasnegative überstanden den Krieg im damaligen Kaiser-Friedrich-Museum auf der Museumsinsel demnach weitgehend unbeschadet. Nach Kriegsende verblieben sie in Ost-Berlin.

Botticelli, Rubens, van Dyck

Unter den Aufnahmen befinden sich etwa Werke von Sandro Botticelli (1445-1510), Peter Paul Rubens (1577-1640) und Anthonis van Dyck (1599-1641). Insgesamt habe die Berliner Gemäldegalerie durch den Zweiten Weltkrieg rund 585 Bilder verloren. Der Großteil der Werke sei im Mai 1945 bei zwei Bränden, die aus ungeklärter Ursache ausbrachen, im Flakbunker Friedrichshain vernichtet worden. Dort waren die bedeutensten Werke seit 1941 ausgelagert. Die wichtigsten Gemälde seien im März 1945 in Thüringer Bergwerke gebracht worden, wo amerikanische Truppen sie sicherten.