Ausstellung über deutsch-polnische Spurensuche hinter Oder und Neiße
Berlin (epd).

Das Dokumentationszentrum Flucht-Vertreibung-Versöhnung in Berlin zeigt vom 28. Mai an die Sonderausstellung „Ostgebiete/Ziemie Zachodnie. Eine deutsch-polnische Spurensuche“. Zehn Fotografinnen und Fotografen aus Deutschland und Polen hätten dafür den gemeinsamen Erinnerungsraum jenseits von Oder und Neiße erkundet, teilte das Dokumentationszentrum am Donnerstag mit. Dessen Geschichte sei über Jahrzehnte aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven erzählt worden.

Durch die Westverschiebung Polens nach dem Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der deutschen Ostgebiete zu den polnischen Westgebieten. Für viele Deutsche seien die ehemaligen deutschen Ostgebiete bis heute mit Flucht und Vertreibung verbunden, mit dem Verlust von Heimat und Erinnerungen, die in Familien weiterleben.

Erfahrungen von Deutschen und Polen

In Polen wiederum erzählten die Ziemie Zachodnie, die Westgebiete, vom Ankommen in einer fremden Umgebung, vom Neuanfang nach Krieg und Besatzung und vom langsamen Vertrautwerden mit Orten, die bis 1945 deutsch geprägt waren. Diese Erfahrungen seien eng miteinander verflochten.

Die an der Schau beteiligten Künstlerinnen und Künstler arbeiteten mit fragmentarischen Archiven, familiären Geschichten und persönlichen Annäherungen an Flucht, Vertreibung und Neuanfang. Dabei geht es auch um die Frage, welche Spuren die gewaltsamen Verschiebungen von Grenzen und Bevölkerungen nach 1945 bis heute in beiden Ländern hinterlassen haben. Anlass der Schau ist der 35. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags, der am 17. Juni 1991 unterzeichnet worden war.