Das Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm (DOK Leipzig) ist am Montagabend mit dem Film „Guten Abend, du Schöne“ der Regisseurin Ina Borrmann eröffnet worden. Das Werk sei eine Reminiszenz an Maxie Wanders (1933-1977) erfolgreiches Buch „Guten Morgen, du Schöne“ über 19 ostdeutsche Frauen, teilte das Festival mit. Borrmann habe vier der Frauen befragt.
Bei der Eröffnung erhielt die litauische Filmemacherin Jurate Samulionyte den mit 5.000 Euro dotierten sächsischen Preis für das beste Dokumentarfilmprojekt einer Regisseurin. Geehrt wurde ihr Projekt „Two of Us“. Der Film porträtiert ein Paar, das sich in Litauen während der Sowjetzeit kennenlernte und jahrelang seine Beziehung geheim halten musste.
Das Leipziger Dokumentarfilmfestival präsentiert bis zum 1. November mehr als 200 Produktionen. In vier Wettbewerben konkurrieren 76 Filme um die Goldenen und Silbernen Tauben. Das Festival setzt verstärkt auf Debatten. Unter dem Titel „Positions“ sollen verschiedene Themen erörtert werden.
Retrospektive zu Lateinamerika
Die Retrospektive „Kino und Kampf“ widmet sich politischen Filmen der 1960er und 1970er Jahre aus Lateinamerika. Sie informiert zum Freiheitskampf der Menschen in Argentinien, Brasilien oder Chile. Unter anderem stehen indigene Gemeinschaften im Fokus. Kern der Reihe seien Filme des „Dritten Kinos“ Lateinamerikas, eine radikale Bewegung, die dem antikolonialen Kampf des globalen Südens entsprang und gegen Ungleichheit, staatliche Repression und kulturelle Fremdbestimmung aufbegehrte.
Es ist die 69. Ausgabe des Leipziger Festivals. Der Etat liegt bei 2,6 Millionen Euro.