Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer (parteilos), stellt Mittel für das Leipziger Mendelssohn-Haus bereit. In die Modernisierung und Digitalisierung der Dauerausstellung sollen aus dem Programm „Investitionen für national bedeutsame Kultureinrichtungen in Deutschland“ 225.000 Euro fließen, teilte das Büro des Beauftragten am Mittwoch in Berlin mit. Die neue Präsentation im ehemaligen Wohnhaus von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) soll bis 2027 fertig sein. Dann feiert das Mendelssohn-Haus sein 30-jähriges Bestehen.
Weimer erklärte, das Leipziger Museum halte „ein wertvolles Stück unseres musikalischen Erbes lebendig“. In der neuen Dauerausstellung soll unter anderem das virtuelle Orchester erweitert werden, das Besucherinnen und Besucher selbst dirigieren können.
Verunglimpfung Mendelssohns
Zugleich sei „in Zeiten erstarkenden Rechtsextremismus wichtig, auch die antisemitische Verunglimpfung Mendelssohns und die Schattenseiten seiner Rezeptionsgeschichte sichtbar zu machen“, erklärte Weimer. Trauriger Höhepunkt sei 1936 die Zerstörung des Leipziger Mendelssohn-Denkmals durch die Nationalsozialisten gewesen.
Mendelssohn setzte sich als Komponist, Pianist, Dirigent und bildender Künstler stets für kulturelle Verständigung und Toleranz ein. Das Leipziger Museum in seinem früheren Wohnhaus war von dem Dirigenten Kurt Masur (1927-2015) initiiert und 1997 eröffnet worden. In Leipzig finden noch bis Sonntag die Mendelssohn-Festtage statt. Sie werden jährlich um den Todestag des Komponisten am 4. November veranstaltet.