Äthiopischer Regisseur Haile Gerima erhält Berlinale Kamera
Berlin (epd).

Der äthiopische Regisseur Haile Gerima ist mit der Berlinale Kamera ausgezeichnet worden. Die Ehrung wurde am Dienstag bei der Weltpremiere seines Films „Black Lions - Roman Wolves“ im Delphi Filmpalast überreicht, wie die Festivalleitung mitteilte. Da das Werk knapp neun Stunden lang ist, fiel ein Teil der Vorführung auf Montag.

Gerima setze sich im Film mit der Geschichte und Mythologie des italienischen Kolonialismus auseinander. Auch werde dem äthiopischen Widerstand gedacht. Gerima habe sich als Filmmacher ausgezeichnet, „der die Art und Weise, wie wir die Welt verstehen, nachhaltig verändert hat“, sagte Berlinale-Chefin Tricia Tuttle.

Verbunden mit äthiopischen Wurzeln

Der Filmemacher emigrierte 1967 von Gondor in Äthiopien in die Vereinigten Staaten. Erst studierte er Theater in Chicago, später dann Film in Los Angeles. Gerima verbindet laut Berlinale in seinen Werken seine persönlichen, historischen und politischen Perspektiven: Sein erster in Äthiopien gedrehter Film war „Mirt sost shi amit (Harvest: 3.000 Years)“ (1975). Er porträtiert die Situation der äthiopischen Landbevölkerung mit Unterdrückung und Ausbeutung. Seine Arbeit „Sankofa“ (1993) war im Erscheinungsjahr für den Goldenen Bären der 43. Berlinale nominiert.

Der Preis

Die Berlinale Kamera wird seit 1986 vergeben. Sie ehrt Persönlichkeiten und Institutionen, die sich besonders im Bereich Film verdient gemacht haben und mit denen sich das Festival verbunden fühlt. Der Preis selbst, die Kamera, besteht laut Berlinale aus 128 Einzelteilen und ist einer echten Filmkamera nachempfunden.