Kirchen in Sachsen verlieren Mitglieder
Dresden (epd).

Immer weniger Menschen gehören einer Kirche an. In Sachsens evangelischer Landeskirche ging die Mitgliederzahl im vergangenen Jahr weiter zurück. Mehr als 10.000 Menschen haben der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen 2025 den Rücken gekehrt, wie die Landeskirche am Montag in Dresden mitteilte. Ähnliche Zahlen waren für die Vorjahre verzeichnet worden (2024: 9.761, 2023: 10.407).

Damit gehörten zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen Ende des vergangenen Jahres 557.793 Menschen. Ein Jahr zuvor waren es rund 575.504 Mitglieder. Inklusive Taufen und Wiedereintritten sank die Zahl der Mitglieder um knapp 18.000.

Kirche für die Gesellschaft

Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz betonte am Montag in Dresden, „wir sind eine Kirche für andere - und das werden wir bleiben, auch wenn wir kleiner werden“. Die Arbeit von Kirche und Diakonie sei in Sachsen nicht wegzudenken - ob in den evangelischen Kindertagesstätten und Schulen, den Pflegeheimen und Beratungsstellen der Diakonie, in der Kirchenmusik, in Kirchen oder auf Friedhöfen in evangelischer Trägerschaft. „Diese Einrichtungen stehen grundsätzlich allen Menschen in Sachsen unabhängig ihres Glaubens zur Verfügung“, betonte der Landesbischof.

Getauft wurden 2025 in der sächsischen Landeskirche 3.260 Kinder und Erwachsene. Im Jahr zuvor lag die Zahl der Taufen bei 3.134. In die Landeskirche aufgenommen wurden den Angaben zufolge 350 Neumitglieder. Fast 12.000 Gemeindeglieder seien 2025 verstorben.

Auch die katholische Kirche hat Mitglieder verloren. Im Bistum Dresden-Meißen, das sich über Sachsen und Ostthüringen erstreckt, ging die Zahl um rund 3.500 Menschen auf 124.700 zurück. Davon waren 116.679 Katholiken im sächsischen Gebiet der Diözese zu Hause sowie 8.021 Katholiken in Thüringen. Die Zahl der Kirchenaustritte lag den Angaben zufolge bei 2.406 Menschen.

Kleinstes Bistum hat rund 28.000 Mitglieder

Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Mitglieder im Bistum Dresden-Meißen demnach nahezu halbiert. 2015 zählte die Diözese noch rund 142.000 Kirchenmitglieder.

Das Bistum Görlitz als kleinste Diözese in Deutschland verlor fast 2.000 Menschen und zählte Ende vergangenen Jahres 28.042 Mitglieder. Im Bundesland Sachsen leben laut Deutscher Bischofskonferenz derzeit rund 135.400 Katholiken.

Insgesamt haben die beiden großen Kirchen im vergangenen Jahr rund 1,2 Millionen Menschen verloren. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 gehörten der evangelischen Kirche rund 17,4 Millionen Menschen und der katholischen Kirche rund 19,2 Millionen Menschen an.

Von Katharina Rögner (epd)