Die beiden großen Kirchen in der Hauptstadtregion haben im vergangenen Jahr mehr als 38.500 Mitglieder verloren. Nach den am Montag in Berlin vorgelegten Zahlen verlor allein die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz binnen Jahresfrist 29.086 Mitglieder. Ihr gehörten zum Stichtag 31. Dezember 2025 noch 745.679 Frauen und Männer an (2024: 774.765). Die Zahl der Katholiken im Erzbistum Berlin sank im gleichen Zeitraum um gut 9.000 auf 341.530 Gemeindemitglieder (2024: 350.987).
Die gesunkene Mitgliederzahl bei der evangelischen Landeskirche entspricht einem Rückgang um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dafür machte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz vor allem Sterbefälle und Austritte verantwortlich.
Taufen und Wiederaufnahmen reichen nicht
Laut den Zahlen verstarben im vergangenen Jahr 16.347 Gemeindemitglieder. Hinzu kamen 16.005 Austritte. Die Verluste von mehr als 32.000 Gemeindemitgliedern konnten durch Taufen (3.549) und Neu- oder Wiederaufnahmen (699) nur minimal ausgeglichen werden. Im Vergleich zum Vorjahr habe es jedoch etwas weniger Austritte und einige Aufnahmen mehr in die Landeskirche gegeben, hieß es.
Bezogen auf Bundesländer-Ebene gab es den größten Rückgang in Berlin - von 448.951 auf 430.712 Gemeindemitglieder. Darunter waren 10.489 Austritte. In Brandenburg sank die Gemeindemitgliederzahl von 297.813 auf 287.888. Auch in der schlesischen Oberlausitz in Sachsen verlor die evangelische Landeskirche knapp 1.000 Mitglieder, auf nunmehr 27.079 Frauen und Männer.
Landesbischof Christian Stäblein sprach von einem schon längeren Trend: „Es gibt an diesen Zahlen nichts schönzureden.“ Jede einzelne Entscheidung, die Kirche zu verlassen, sei schmerzhaft. „Hinter jedem Austritt steht eine Geschichte, die uns angeht“, fügte Stäblein hinzu. Kirche müsse sich verändern und tue dies seit Jahren auch.
Rückläufige Zahlen auch bei Katholiken
Das katholische Erzbistum Berlin, zu dem auch weite Teile Brandenburgs und Teile Mecklenburg-Vorpommerns gehören, verlor ebenfalls an Mitgliedern. Nach 350.987 Frauen und Männern gehörten Ende 2025 noch 341.530 Gemeindemitglieder zum Erzbistum Berlin.
In Berlin sank die Zahl der Katholiken demnach um mehr als 7.500 auf 258.418 (2024: 266.037). In Brandenburg ging die Zahl der Gemeindemitglieder von 70.895 auf nunmehr 69.350 zurück. Auch in Vorpommern waren die Zahlen rückläufig: von 13.932 auf nunmehr 13.638. Das Kirchensteueraufkommen sank dadurch laut Erzbistum von 172 Millionen auf 171,3 Millionen Euro.
Auch in der katholischen Kirchen traten mehr Menschen aus der Kirche aus als ein. Den 8.359 Austritten standen im gesamten Erzbistum 1.649 Taufen gegenüber.