Die Stiftung Garnisonkirche erinnert am Samstag kritisch an den sogenannten „Tag von Potsdam“. 1933 nutzten die Nationalsozialisten am 21. März die preußische Militärkirche zur Inszenierung der Verbindung von preußischer Tradition und nationalsozialistischem Staat. 93 Jahre später soll mit einem Gedenkgottesdienst für die Gefahr von demokratiefeindlichen Kräften sensibilisiert werden, teilte die Stiftung am Dienstag in Potsdam mit. Dazu wird am Samstag der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Axel Drecoll, erwartet.
Teil des kritischen Aufarbeitens der Geschichte sind auch regelmäßig stattfindende Projekttage mit dem Motto „Glockenklang und Menschenmassen“. Diese gibt es seit 2023 in Zusammenarbeit mit dem Potsdam Museum und dem Filmmuseum der Stadt. Schulklassen der Sekundarstufen eins und zwei sollen dabei den „Tag von Potsdam“ kritisch reflektieren und einordnen, hieß es. Bislang gab es 54 Projekttage.
Heute für Friedensarbeit genutzt
1945 brannte die Garnisonkirche nach einem Luftangriff aus. Ein Raum im Turm wurde weiter als Kapelle genutzt. Die Ruine der Kirche wurde 1968 in der DDR abgerissen, der Turm gesprengt. Die Gemeinde erhielt eine Entschädigung.
2017 begannen die Bauarbeiten am neuen Turm. Am 22. August 2024 wurde er offiziell eröffnet. Der Wiederaufbau des derzeit knapp 60 Meter hohen Bauwerks ist vor allem wegen der Geschichte umstritten. Die historische Militärkirche gilt als Symbolort antidemokratischer Kräfte. Die evangelische Kirche nutzt den neuen Turm für Friedensarbeit und Demokratiebildung.