Erinnerung an ermordete Hatun Sürücü
Berlin (epd).

An den gewaltsamen Tod der Deutsch-Türkin Hatun Aynur Sürücü vor 21 Jahren ist am Freitag in Berlin erinnert worden. Zu dem Gedenken am einstigen Tatort in der Tempelhofer Oberlandstraße hatten die Bezirksämter Neukölln und Tempelhof-Schöneberg eingeladen. Sürücüs Mut, ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen, mache sie bis heute zu einer wichtigen Symbolfigur im Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt, hieß es.

Die damals 23 Jahre alte Berlinerin kurdischer Herkunft war am 7. Februar 2005 wegen ihres unabhängigen Lebensstils von ihrem Bruder erschossen worden. Am Tatort befindet sich heute ein Gedenkstein.

Ihre Ermordung stehe stellvertretend für viele Frauen, die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt wurden, erklärte Tempelhof-Schönebergs Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann (Grüne): „Das Gedenken an sie ist eine Mahnung an uns alle, Femizide klar zu benennen.“

Sein Neuköllner Amtskollege Martin Hikel (SPD) erklärte, es sei entscheidend, „dass wir ihren Namen und ihre Geschichte im Gedächtnis behalten, um für eine Zukunft zu kämpfen, in der alle Frauen in Sicherheit leben können“.

Die junge Mutter hatte sich unter anderem nach einer Zwangsheirat von ihrer Familie losgesagt. Ihr Bruder Ayhan wurde wegen Mordes zu einer Jugendstrafe von neun Jahren und sechs Monaten verurteilt und später in die Türkei abgeschoben.

Zuletzt war das Grab von Sürücü auf dem Friedhof in Berlin-Gatow gefährdet, weil die Liegezeit abgelaufen war. Nun soll das Grab um einen Gedenkstein ergänzt werden.