Erfurter Mahmud-Moschee wird eröffnet
Erfurt (epd).

Nach mehrjähriger Bauzeit wird am Samstag in Erfurt Thüringens erster Moschee-Neubau mit Kuppel und Minarett eröffnet. Die Mahmud-Moschee im Erfurter Ortsteil Marbach wurde von der Ahmadiyya-Gemeinde mit vielen Verzögerungen und begleitet von heftigen Anfeindungen errichtet. Der Grundstein war bereits 2018 gelegt worden. Finanziert wurde der Bau aus Spenden.

Zur feierlichen Eröffnung werden nach Angaben eines Sprechers geladene Gäste erwartet. Am Sonntag lädt die Gemeinde dann zu einem Tag der offenen Tür ein, um Einblicke in den muslimischen Glauben zu geben und den Austausch mit der Stadtgesellschaft zu fördern, wie es heißt. Das Gebetshaus solle auch ein Ort des interreligiösen Dialogs und der Begegnung sein. Die Moschee stehe für Frieden, Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt und gelte als sichtbares Zeichen der Religionsfreiheit in Deutschland.

Anfeindungen während des Baus

Während der Bauphase kam es über mehrere Jahre hinweg zu Protesten und Anfeindungen. Bereits vor dem Baubeginn im Jahr 2016 demonstrierten bis zu 700 Menschen gegen das Projekt. Dazu mobilisiert hatte unter anderem die AfD. In sozialen Netzwerken kursierten teils offen gewaltverherrlichende Videos. Auf dem Baugrundstück wurden mehrfach Protest-Kreuze errichtet und Schweinekadaver zur Provokation aufgespießt.

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat wurde 1889 in Indien gegründet und versteht sich als weltweite islamische Reformbewegung. In Deutschland engagieren sich mehr als 50.000 Ahmadis in rund 250 Gemeinden. 2013 erhielt die deutsche Gemeinde als erste muslimische Gemeinschaft den Status einer Körperschaft öffentlichen Rechts.