Videokunst verwandelt Heidelberger Kirche in Licht-Klang-Kunstwerk
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Video-Artshow in der Heiliggeistkirche.
Heidelberg (epd).

Eintauchen in ein Kunstwerk aus Licht und Musik, hinein in die Weiten des Kosmos: Die Video-Artshow „Infinity“ verwandelt die Heidelberger Heiliggeistkirche in ein raumhohes, immersives Erlebnis, das räumliche und zeitliche Grenzen sowie die Bedeutung von Unendlichkeit hinterfragt. NASA-Sternenbilder, sphärische Klänge und gregorianische Choräle haben Einzug in das 600 Jahre alte Gotteshaus gefunden.

Die Show wurde am Abend des 16. Januar in der spätgotischen Hallenkirche eröffnet. Bis zum 8. März will das Züricher Künstlerkollektiv „Projektil“ Traumkulissen erschaffen und „Portale zu neuen Wirklichkeiten“ öffnen. Mit der Musik von Johann Sebastian Bach (1685-1750), Eigenkompositionen sowie Worten des britischen Religionsphilosophen Alan Watts (1915-1973) soll dies Besucherinnen und Besuchern die Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz ermöglichen. Zu sehen sind Sternenbilder und ägyptische Bildsymbole zu Themen wie Leben, Tod und Wiedergeburt. Der gesamte Innenraum ist Teil der Inszenierung und verändert fortwährend Wahrnehmung, Tiefe und Orientierung.

Projektion an Wänden, Säulen und Deckengewölbe

Die Kirche am Heidelberger Marktplatz gilt als eine der meistbesichtigten Kirchen Deutschlands mit mehr als einer Million Besuchern jährlich. Für die Show hat das Züricher Künstlerteam „Projektil“, in dem Kreative aus den Bereichen Kunst, Musik, Design, Programmierung und Technologie zusammenarbeiten, den gesamten Innenraum digital vermessen. Mit einer 360-Grad-Projektion werden Wände, Säulen und Deckengewölbe der Kirche bespielt.

Citykirchenpfarrer Vincenzo Petracca holte die Künstler nach Heidelberg, nachdem er die Show in Zürich besucht hatte. Für den evangelischen Theologen und Diplom-Mathematiker ist das Thema „Infinity“, Unendlichkeit, nicht nur mathematisch, sondern auch theologisch ein spannendes Thema.

Pfarrer: Unendlichkeit mathematisch und theologisch spannend

Durch das Medium Licht stelle sich die Frage nach dem Platz des Menschen in der Schöpfung, sagte Petracca dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er träume von einer Kirche, die ihren physischen und spirituellen Raum entgrenzt, damit neue Menschen sie kennenlernen. Das könnte ihm mit der Video-Artshow gelingen. Geplant sind auch immersive Livemusik-Konzerte.

Von Christine Süß-Demuth (epd)