Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt kritisiert, dass Ehrenamtliche immer mehr Zeit mit Bürokratie verbringen, und fordert Entlastung. „Ein durchschnittlich großer Verein benötigt rund 42 Tage pro Jahr oder 6,5 Stunden pro Woche für Verwaltungsaufgaben“, sagte der Vorstand der Stiftung, Jan Holze, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag). Das sei zu viel. Drei Viertel aller Vereine arbeiteten ohne hauptamtliche Unterstützung, daher müsse die Bürokratie weniger werden.
Um das Ehrenamt zu würdigen, hatten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die Stiftung für Samstag zu einem bundesweiten Ehrentag aufgerufen. Anlass war der Grundgesetz-Geburtstag am 23. Mai. Laut Holze engagierten sich rund 27 Millionen Menschen in Deutschland ehrenamtlich. Das seien fast zwei Millionen weniger als noch vor fünf Jahren und damit vor der Corona-Zeit.
Motor der Demokratie
Die Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Michaela Engelmeier, forderte die Politik auf, mehr für das Ehrenamt zu tun. Wichtig sei etwa eine bessere Vereinbarkeit von Ehrenamt und Beruf, sagte sie der Zeitung. „Das Ehrenamt ist gerade in Zeiten politischer Polarisierung und gesellschaftlicher Unsicherheit ein wichtiger Teil des Fundamentes für unseren Zusammenhalt und die Stärkung der Demokratie.“
Die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Christiane Schenderlein (CDU), bezeichnete aktive Bürgerinnen und Bürger als „Motor der Demokratie“. „Wer mitmacht, anpackt, etwas verändern kann, ist zufriedener - und stärkt unsere Demokratie durch Teilhabe“, sagte sie der „Rheinischen Post“. „Für all das stehen Engagierte, steht eine aktive Bürgergesellschaft.“ Ihnen sei der Ehrentag gewidmet.