Die Pflegekammer NRW kritisiert, dass Pflegefachkräfte verstärkt zu fachfremden Aufgaben herangezogen werden. Eine Kampagne unter dem Motto „#nichtdeinjob“ soll darauf aufmerksam machen, wie die Kammer am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. So müssten ausgebildete Pflegerinnen und Pfleger im Arbeitsalltag auch putzen, Betten machen oder Patienten transportieren. Fast jede zweite Pflegefachkraft in NRW berichte, dass solche zusätzlichen Aufgaben mittlerweile zu ihrem Alltag gehörten.
Diese Verschiebung von Aufgaben hänge mit dem 2020 eingeführten Pflegebudget zusammen, das die Versorgung direkt am Bett sicherstellen soll, hieß es. In der Folge seien finanzielle Mittel durch die Kliniken missbraucht worden, um an anderer Stelle Geld für Service- und Hilfspersonal zu sparen. „Dieser Missbrauch der Pflege und des Pflegebudgets muss beendet werden“, sagte Kammerpräsidentin Sandra Postel. Andernfalls hätten die Pflegefachkräfte immer weniger Zeit für Patienten, fühlten sich überlastet und dächten an einen Ausstieg.