Welthungerhilfe: Bericht zeigt Wirkung lokal vernetzter Projekte
s:174:"Setzlinge bei einem Projekt, unterstützt von der Welthungerhilfe, die sich für den Zugang zu Wasser, sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung in Afrika einsetzt.";
Setzlinge bei einem Projekt, unterstützt von der Welthungerhilfe, die sich für den Zugang zu Wasser, sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung in Afrika einsetzt.
Bonn (epd).

Für den nachhaltigen Erfolg von Programmen gegen Hunger und Armut sind laut Welthungerhilfe ganzheitliche Ansätze und lokal gut vernetzte Entwicklungsprojekte entscheidend. In den Bereichen Ernährungssicherheit, Gesundheit, Bildung und Stärkung von Frauen zeige sich bei der Analyse von Projekten, die zwischen 2022 und 2024 abgeschlossen wurden, dass Maßnahmenbündel und starke lokale Systeme auch Krisen standhalten können, heißt es in dem in Bonn veröffentlichten Wirkungsbericht.

Der „Impact Report“ analysiert die Ergebnisse von 188 Projekten in 30 Ländern. Dazu wurden nach Umfragen, Diskussionen und Einzelinterviews 316 quantitative Datensätze und 79 qualitative Analysen ausgewertet. Insgesamt erreichte die Welthungerhilfe nach eigenen Angaben im Zeitraum 2022 bis 2024 rund 32 Millionen Menschen in 37 Ländern.

Lokale Lösungen und ganzheitliche Ansätze

Besonders erfolgreich waren dem Bericht zufolge Programme, die verschiedene Bereiche wie Landwirtschaft, Ernährung, Bildung, Wasser und wirtschaftliche Entwicklung verbinden. Das Programm „Nutrition Smart CommUnity“ etwa habe in 829 Dorfgemeinschaften in Afrika und Asien Fragen zur Ernährung, Landwirtschaft, Gesundheit und Hygiene zu einem ganzheitlichen Ansatz verbunden und lokale Lösungen unterstützt. In diesen Gemeinden verbesserten sich nicht nur Ernährung und Gesundheitsversorgung, wie es hieß. Auch Schulbesuche, gemeinschaftliche Verantwortung und die Rolle von Frauen in Entscheidungen nahmen zu.

Der Anteil der Frauen, die eine ausgewogenere Ernährung hatten, verdreifachte sich im Untersuchungszeitraum den Angaben nach nahezu von 13 auf 40 Prozent. Die Zahl der Familien mit Zugang zu sauberem Trinkwasser erhöhte sich um fast 130 Prozent. Zudem konnten 56 Prozent der Familien ihr Einkommen steigern. Familien waren im Durchschnitt fast zwei Monate länger ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgt - ein Plus von 23 Prozent.

Politische Konflikte und Klimakrisen gefährden Fortschritte

Doch politische Konflikte, Klimakrisen und wirtschaftliche Instabilität gefährden Fortschritte, wie die Welthungerhilfe betonte. Die Fortschritte im Kampf gegen den Hunger blieben in der Gesamtschau hinter den Erwartungen zurück. Der Welthunger-Index GHI 2025 etwa zeige, dass Fortschritte auf dem Weg zu einer Welt ohne Hunger seit 2016 ins Stocken geraten seien. Zwar sei in zehn Ländern der Hunger weitgehend zum Stillstand gekommen, doch in 27 Ländern habe der Hunger zugenommen.