Im Abgangsjahr 2025 haben 7.430 von insgesamt 178.135 Schülerinnen und Schülern in Nordrhein-Westfalen eine allgemeinbildende Schule ohne Abschluss verlassen. Das entspricht einem Anteil von 4,2 Prozent, wie die statistische Landesbehörde IT.NRW in Düsseldorf mitteilte. Damit habe der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss den höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre erreicht. 2015 hatten 2,2 Prozent aller Abgänger eine allgemeinbildende Schule ohne Abschluss verlassen.
In absoluten Zahlen ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler in NRW, die eine Schule ohne Abschluss verlassen haben, im Vergleich zum Abgangsjahr 2015 um 3.105 gestiegen. Die Gesamtzahl der Schulabgänge ist in diesem Zeitraum um 22.145 gesunken. Zum Vergleich: 2024 beendeten insgesamt 181.230 Mädchen und Jungen die Schule, von ihnen waren 6.585 ohne Abschlusszeugnis. Dies entspricht einem Anteil von 3,6 Prozent.
Ausländische Jugendliche besonders stark betroffen
Zudem ist der Anteil an Schulabgängen ohne Abschluss insbesondere unter den ausländischen Schülerinnen und Schülern gestiegen, wie die Statistiker erklärten. Im Abgangsjahr 2025 blieben demnach 15,3 Prozent aller ausländischen Schulabgängerinnen und Schulabgänger ohne Abschluss; unter den deutschen Abgängerinnen und Abgängern lag dieser Anteil bei 2,2 Prozent.
NRW-Schulministerium: Folge starker Zuwanderung aus Kriegsgebieten
Die steigende Zahl der Schulabgänge ohne Schulabschluss ist nach Ansicht des NRW-Schulministeriums vor allem eine Folge der starken Zuwanderung der vergangenen Jahre. Nordrhein-Westfalen habe seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und auch darüber hinaus viele neu zugewanderte Kinder und Jugendliche aufgenommen und in das Schulsystem integriert, erklärte das Ministerium. Zeitweise seien allein mehr als 40.000 ukrainische Schüler in der Erstförderung unterrichtet worden, aktuell nähmen insgesamt mehr als 84.000 Kinder und Jugendliche teil.
Digitale Teilnahme an ukrainischem Schulunterricht
Viele dieser Schülerinnen und Schüler kommen den Angaben nach erst in einem höheren Alter nach Deutschland, müssen zunächst Deutsch lernen und verlassen das allgemeinbildende Schulsystem zum Teil altersbedingt wieder, bevor sie überhaupt die Möglichkeit hatten, einen Schulabschluss zu erwerben. Wechseln sie anschließend etwa an ein Berufskolleg oder kehren in ihr Herkunftsland zurück, werden sie statistisch zunächst als „Schulabgänge ohne Ersten Schulabschluss“ erfasst. Zudem hätten insbesondere viele ältere Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine auch nach ihrer Flucht ergänzend zur deutschen Schulpflicht digitalen Fernunterricht ihrer ukrainischen Schulen wahrgenommen und Wert darauf gelegt, zunächst einen ukrainischen Schulabschluss zu erwerben.
Die Zahl der Schülerinnen und Schüler aus der Erstförderung, die im vergangenen Jahr ohne Ersten Schulabschluss aus dem allgemeinbildenden System ausgeschieden sind, wurde erstmals gesondert erhoben und lag landesweit bei 2.205, wie das Düsseldorfer Schulministerium erläuterte.