KD-Bank präsentiert solide Zahlen und will Sozialwirtschaft stärken
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Die KD-Bank hat ihren Sitz in Dortmund.
Dortmund (epd).

Die Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) sieht sich durch eine stabile wirtschaftliche Entwicklung und eine klare Werteorientierung für die Zukunft gut aufgestellt. Mit Wachstum in allen Sparten sei 2025, im Jahr des 100. Jubiläums der Bank, „ein sehr solides und insgesamt sehr erfreuliches Ergebnis“ erzielt worden, sagte der Vorstandsvorsitzende Ekkehard Thiesler bei der Generalversammlung in Dortmund. „Wir wollen auch im zweiten Jahrhundert unseres Bestehens eine starke Partnerin an der Seite von Kirche, Diakonie und Sozialwirtschaft sein - mit einem Geschäftsmodell, das solide, nachhaltig und werteorientiert ist.“

Als wichtiges Zukunftsthema für nachhaltige Banken und die Sozialwirtschaft nannte Thiesler Anpassungen an den Klimawandel und klare ethische Maßstäbe im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Die Mitglieder der genossenschaftlich organisierten KD-Bank müssten wegen zunehmender Berichtspflichten „Nachhaltigkeitsstrategien entwickeln, die aufzeigen, wie die Gebäude, der Fuhrpark, die Energieversorgung, die Beschaffung und Investitionen Schritt für Schritt verändert werden müssen“. Die Klima-Transformation dürfe aber nicht allein von Kirche und Diakonie getragen werden, mahnte der Wirtschaftswissenschaftler.

Keine Investition in Rüstung und ethische Maßstäbe für KI

Klimaschutz gehöre zur Betriebsfähigkeit sozialer Einrichtungen, betonte Thiesler. Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität der Bundesregierung mit einem Gesamtvolumen von 500 Milliarden Euro müsse daher auch soziale Infrastruktur ausreichend berücksichtigen, forderte der Bankchef. Infrastruktur seien nicht nur Straßen, Brücken und Schienen, sondern auch Pflegeheime, Kitas und Krankenhäuser.

In seinem Vorstandsbericht bekräftigte Thiesler die Ablehnung von Investitionen in Rüstungsunternehmen, mit denen auf kriegerische Auseinandersetzungen spekuliert werde. Waffen und Rüstungsgüter seien weder ethisch noch nachhaltig. Im Umgang mit KI, die das Bankgeschäft verändern werde, müsse es klare ethische Maßstäbe geben. KI müsse dem Menschen und dem Gemeinwohl dienen und dürfe nicht zur Konzentration von Macht führen oder menschliche Verantwortung ersetzen.

Anvertrautes Geld für Arme und das Gemeinwesen einsetzen

Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Adelheid Ruck-Schröder, wies in einer Andacht zum Auftakt der Generalversammlung auf die besondere Verantwortung von Christen für das Gemeinwesen im Umgang mit Geld und Vermögen hin. „Mit dem uns anvertrauten Geld möchten wir zeigen, wofür Kirche und Diakonie stehen“, sagte sie: „Nächstenliebe und Gemeinschaft, Verantwortung für unsere Kinder und Enkel und für die, die arm sind in unserer reichen Gesellschaft.“

Gute Ertragslage und vier Prozent Dividende

Nach dem bereits am 21. Mai veröffentlichten Geschäftsbericht stieg das Volumen der Kundeneinlagen und Wertpapieranlagen der KD-Bank im vergangenen Jahr um 5,7 Prozent auf einen Spitzenwert von 10,5 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme wuchs um 2,2 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro, das Kreditgeschäft legte um 4,8 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro zu.

Neue Kredite sagte die Kirchenbank im Volumen von rund 350 Millionen Euro zu. Sie fließen nach Thieslers Worten in Projekte mit gesellschaftlicher und ethisch-nachhaltiger Wirkung. Finanzierungsschwerpunkte seien bezahlbarer Wohnraum, Lebensqualität im Alter, Bildung, Gesundheit, Kinder- und Jugendhilfe sowie lebendiges Gemeindeleben. „Wir finanzieren, was sozialen Nutzen stiftet“, sagte der Ökonom.

Bessere Ertragslage und vier Prozent Dividende

Auch die Ertragslage verbesserte sich laut Thiesler dank eines normalisierten Zinsüberschusses. Am Jahresüberschuss von gut 13,4 Millionen Euro werden die Mitglieder mit vier Prozent Dividende beteiligt.

Die 1925 von der evangelischen Kirche gegründete KD-Bank mit Hauptsitz in Dortmund gehört zu den größten deutschen Genossenschaftsbanken. Mitglieder sind knapp 3.500 kirchliche und diakonische Institutionen. Die Bank betreut etwa 7.000 Einrichtungen in Kirche und Diakonie sowie rund 27.000 Privatkunden.

Von Ingo Lehnick (epd)