Erhebung: Die heimische Pflege kranker Kinder ist weiblich
s:79:"Eine Frau kümmert sich um ihr krankes Kind, während ihr Mann zur Arbeit geht.";
Eine Frau kümmert sich um ihr krankes Kind, während ihr Mann zur Arbeit geht.
Düsseldorf (epd).

Die Pflege erkrankter Kinder zu Hause ist im Rheinland vor allem Frauensache. In drei von vier Fällen (76 Prozent) bleibt die Mutter für das kranke Kind zu Hause, wie die gesetzliche Krankenkasse AOK Rheinland/Hamburg am Montag in Düsseldorf mitteilte. Nur knapp ein Viertel (24 Prozent) der Kinderkrankentage werde im Rheinland von Männern genommen. Die Versicherung verwies dabei auf eine Auswertung ihres wissenschaftlichen Dienstes WidO, wonach Frauen am Arbeitsplatz häufiger aufgrund von Kinderkrankentagen ausfallen als Männer.

Die Krankenkasse verwies darauf, dass der rechtliche Anspruch auf Kinderkrankentage jedem gesetzlich versicherten Elternteil gleichermaßen zusteht. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Tage pro Jahr richte sich dabei nach der Familiensituation: In einer Familie mit einem Kind hat demnach jeder Elternteil im Jahr 2026 Anspruch auf 15 Arbeitstage Kinderkrankengeld, bei Alleinerziehenden sind es 30 Tage. Bei mehreren Kindern besteht maximal ein Anspruch auf insgesamt 35 Tage, bei Alleinerziehenden sind es 70 Tage.

Zusammenhang von Care-Arbeit und Frauengesundheit

Das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern zeigt sich laut Auswertung auch bei der Anzahl der Arbeitsunfähigkeits-Tage wegen einer eigenen Erkrankung. Frauen fielen demnach deutlich häufiger aus als Männer: Pro 100 versicherte Frauen gab es laut demnach 27,6 AU-Tage gegenüber 6,9 AU-Tagen pro 100 versicherte Männer im Jahr 2025, wie die AOK Rheinland/Hamburg erläuterte.

Die unterschiedliche Verteilung der Kinderkrankentage zeige, dass Care-Arbeit noch immer überwiegend von Frauen getragen werde, hieß es. „Solange Betreuung, Organisation und emotionale Verantwortung überwiegend auf Frauen lasten, bilden Kinderkrankentage nicht nur eine individuelle Entscheidung ab, sondern spiegeln auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen“, erklärte Ulrike Dell, Bereichsleiterin Entgeltersatzleistungen und Forderungen der AOK Rheinland/Hamburg. Care-Arbeit, geringere Bezahlung und die mangelnde Berücksichtigung von Frauengesundheit hingen strukturell zusammen.