Mit den Erfahrungen aus der Zeit seit der Flutkatastrophe 2021 baut die Diakonie zivilgesellschaftliche Anlaufstellen für Katastrophenschutz auf. Im nordrhein-westfälischen Erftstadt und Eschweiler sowie in Hönningen in Rheinland-Pfalz sollen die drei Stellen aufgebaut werden, wie die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL) und die Diakonie Katastrophenhilfe in Düsseldorf und Berlin ankündigten.
Fünf Jahre nach der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 seien nahezu alle eingegangenen Spendengelder in Höhe von 47,87 Millionen Euro ausgegeben oder für laufende Projekte fest verplant, hieß es. „Die Erkenntnisse aus dieser Arbeit nutzen wir, um künftig besser auf Krisensituationen vorbereitet zu sein“, sagte die Vorständin der Diakonie RWL, Kirsten Schwenke. „Die Folgen des Klimawandels machen sich auch in Deutschland bemerkbar“, erklärte der Leiter Diakonie Katastrophenhilfe, Martin Keßler. Für potenzielle Katastrophen könne man sich gemeinschaftlich vorbereiten.
Kooperation mit Kirchen, Bürger- und Schützenvereinen
Die neuen Anlaufstellen sollen den Angaben zufolge zivilgesellschaftlich getragen werden. Dafür greife die Diakonie auf vorhandene lokale Strukturen zurück und kooperiere etwa mit Schützenvereinen, Kirchengemeinden, Schutzhüttenbetreibern, Quartier-Treffs und Bürgervereinen. Die neuen Katastrophenschutzanlaufstellen sollen den Bevölkerungsschutz ergänzen, Schnittstelle für Behörden sein und die Hilfe und Selbsthilfe der Bevölkerung fördern, wie die Diakonie erklärte.
Das Projekt läuft bis Ende 2027. Es schließe an bisherige Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge an. So seien in den vergangenen Jahren an zehn Standorten im Hochwassergebiet Quartiere gefördert worden, in denen Menschen Ideen umsetzen, um sich besser an Klimawandelfolgen anzupassen und Katastrophenvorsorge umzusetzen.